|
In Amsterdam kann sich ALAIN CLARK kaum noch auf der Straße bewegen, ohne von Fans angesprochen zu werden. Schließlich gilt er mit vier Top-10 Hits in Folge und einem Doppelplatin-Debüt-Album als erfolgreichster niederländischer Star seit Generationen. "Doppelplatin" ist dabei sogar nur die halbe Wahrheit, denn "Live It Out" hielt sich nach dem Einstieg auf Platz 2 für volle 52 Wochen in den niederländischen Albumcharts und gilt als meistverkauftes Album des Jahrzehnts! Es sieht so aus, als würde ALAIN CLARK mit seiner deutlichen Liebe zum Motown-Sound die Menschen über alle Geschmäcker hinweg in ihren Herzen treffen. Und was der Mann auf "Live It Out" mit seiner sensibel-kraftvollen Stimme, besten Soulgrooves und feinfühligen Bläsersätzen auf die Beine stellt, kann sich wirklich hören lassen. Ein rundum gelungenes Album. Wie sehr ALAIN CLARK die Motown-Sounds ans Herz gewachsen sind, lässt sich zum Beispiel an einem Song wie "This Ain't Gonna Work" nachvollziehen, der als erste Single ALAINs Einstand auf Platz 3 der NL-Charts feierte. Ausgerüstet mit einem Rhodes-Piano, Drums und Congas, einem groovigen Girls-Choir, einem rockigen Gitarrensolo, pointiert gesetzten Bläsern und CLARKs absolut glaubwürdigen Vocals, bewegt sich "This Ain't Gonna Work" in der Mitte zwischen Leichtigkeit und Leidenschaft. Bei uns stellt ALAIN CLARK sich zunächst mit "Father And Friend" vor, eine persönliche und beschwingte Hymne an seinen Vater Dane, die von den niederländischen Fans mit einer Chartplatzierung auf #2 belohnt wurde. Dabei wird "Father And Friend" nicht für eine Sekunde sentimental: Feinfühlig arrangierte Bläsersätze sorgen für ein herrlich lockeres Popflair, das auf Anhieb überzeugt und zum Mitpfeifen einlädt. Vater und Sohn sind hier in einem Duett zu hören, und umso schöner ist es für den "alten Herrn", dass er, selbst seit Jahrzehnten Musiker in einer Soul-Band, zum ersten Mal einer großen Zuhörerschaft entgegentritt. "Ich glaube, mein Daddy hätte nie damit gerechnet, mit 61 Jahren nochmal eine neue Karriere zu starten", lächelt ALAIN CLARK. "Und ich wette, er hätte es sich nie träumen lassen, eines Tages vor 35.000 Menschen aufzutreten." Denn das ist die Größenordnung, in der ALAIN CLARK seit ein paar Monaten seine Auftritte bestreitet und einem begeisterten Publikum weitere Hits wie das funkige "Blow Me Away" (#8) und die Ballade "Fell In Love" (#10) präsentiert. Für seine Hits wurde er bereits mit hochdotierten Preisen unserer Nachbarn ausgezeichnet, etwa dem Megaward 2007 und dem begehrten Rembrandt Prize. Gleich in drei Kategorien wurde er vom wichtigsten niederländischen Radiostation 3FM ausgezeichnet: Best Single, Best Male Singer und Best Newcomer. Allerdings war der Weg vom unbekannten Supportact für Amy Winehouse zum Star der niederländischen Popszene nicht ohne Unebenheiten. Vor einigen Jahren zog es den in Zandvoort geborenen ALAIN CLARK bereits in das Herz des Business, nach Los Angeles, um seinem Traum von der eigenen Karriere näherzukommen. Allerdings, "wenn man kein Amerikaner ist, muss man sehr darum kämpfen sich durchzusetzen", erinnert er sich mit einem sauren Lächeln. "Man will ja nicht über den Tisch gezogen werden, und du musst allen klar machen, dass du weißt, was vor sich geht". Eine Zeitlang sah es so aus, als würde ALAIN sein Ziel auch erreichen. Es gab einige Meetings mit interessierten Companys und es schien aufwärts zu gehen. Aber plötzlich ebbte das Interesse wieder ab. "Wenn das ein- oder zweimal passiert, machst du weiter und es macht dich stärker. Aber nach dem vierten, fünften Mal kann das ein bisschen demoralisierend wirken. Gleichzeitig wusste ich immer, wenn ich an meinem Klavier oder an meiner Gitarre saß, dass mir niemand diese Leidenschaft würde nehmen können." Trotzdem fand CLARK sich nach einigen Jahren dort wieder, wo er einmal angefangen hatte: Zuhause in Amsterdam. In seiner Heimat war er ein anerkannter und vielgefragter Songwriter und Produzent, der für zahlreiche niederländische Acts erfolgreiche Hits geschrieben hatte. Das gab ihm den finanziellen Boden, der es ihm schließlich erlaubte, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er engagierte den legendären Drummer Steve Gadd ("er hat auf fast allen meinen Lieblingsalben gespielt") und seinen alten Freund, Bassmann Kevin Wyatt (Terence Trent D'arby, En Vogue) und lud sie in sein Amsterdamer Heimstudio ein. Eine selbstbewusste und kluge Entscheidung, denn das Ergebnis ist "Live It Out", ein brillantes Self-Made-Album, das CLARKs großartiges Talent zweifelfrei zur Geltung kommen lässt. "Ich wollte keine Zugeständnisse machen und keine Kompromisse eingehen", so CLARK. "Bei den Produktionen für andere Künstler gibt es immer viele Grenzen: Das Budget oder die festen Vorstellungen von Künstlern oder der Plattenfirma. Für mein Album nahm ich mir vor, nur das zu machen, was ich wirklich wollte. Das Ergebnis ist mein persönlicher Retro-Soul im Tamla Motown-Stil, eingespielt mit herausragenden Musikern, echten Songs und ohne jede digitale Trickserei." Ein besonderes Highlight ist für ihn zudem der große Erfolg von "Father And Friend", der besonders seine Mutter mit Stolz erfüllte. "Für meine Ma ist der Song die Erfüllung ihrer Träume. Ihre beiden Männer zusammen auf einer Bühne, die ihr Ding machen." Für ALAIN CLARK ist es überdies eine Offenbarung, denn bis dahin ist ihm selbst nicht klar gewesen, wie groß der Einfluss seines Vaters auf seine Musik war: "Meine Ma hat eine Aufnahme von mir, als ich ungefähr fünf Jahre war, auf der ich sage: Ich will nie ein Sänger werden, ich will das nicht, ich mag das nicht. Aber durch meinen Vater ist immer Musik um mich gewesen, und wenn ich daran zurück denke, bin ich glücklich, dass es so war. Manchmal, wenn ich im Studio bin oder einen Song schreibe und mir jede Inspiration ausgegangen ist, dann denke ich an die Band meines Vaters. Was würden sie jetzt spielen? Welche Wendung würden sie dem Song geben? Ich stelle mir die einzelnen Musiker vor, und auf ein Mal wird es alles ganz leicht. Es ist ein bisschen Magie dabei: Jeder macht sein eigenes Ding, aber zusammen schafft man etwas, was einer allein nie hätte tun können. Und das inspiriert mich." © WMGG/tbe 01-09
|
|