Die blonde Dirigentin aus Estland erhielt nicht umsonst den ECHO Klassik 2003 als ”Young Artist of the Year“. Ihr Debut mit dem Estonian-Finnish Symphony Orchestra 'Swan Flight' erregte in ganz Europa Aufsehen. Hier zeigte sich ein zielstrebiges Talent, das nicht nur einen frisch und dynamisch kommunizierenden Klangkörper formen konnte, sondern auch skandinavische Sinfonik mit zeitgenössischen Klängen zu erfrischenden thematischen Programmen gestaltete.
Anu Tali und ihre Zwillingsschwester Kadri gründeten das Estonian-Finnish Symphony Orchestra 1997 mit dem Ziel, kulturelle Kontakte der zwei nordischen Nachbarländer zu fördern. Etwa fünf Mal im Jahr bringen sie junge Musiker und erfahrene Profis aus den führenden Orchestern Estlands und Finnlands zusammen, um den Austausch zwischen unterschiedlichen Traditionen und spieltechnischen Niveaus zu ermöglichen. Während die charmante Kadri die organisatorischen Belange des einzigartigen Ensembles im Blick behält, erweist sich Anu Tali als zielstrebige Dirigentin, die aus den heterogenen Gegebenheiten ein frisch und dynamisch kommunizierendes Orchester schuf, das zu den bemerkenswerten internationalen Ensembles gehört. Das Debüt-Album des Orchesters brachte Anu Tali 2003 den renommierten ECHO Klassik als ”Young Artist of the Year“ ein. Inzwischen gehören Musiker aus allen Ländern des nördlichen Europas zur Besetzung des Orchesters, das nun folgerichtig Nordic Symphony Orchestra heißt.
Anu Tali gehört zu den großen Dirigenten-Talenten der skandinavisch-baltischen Tradition. Sie wurde am 18. Juni 1972 in Estland geboren und studierte an der finnischen Sibelius-Akademie bei Professor Jorma Panula, zu dessen Studenten auch Esa-Pekka Salonen, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Osmo Vänskä und Mikko Franck gehörten. Am St. Petersburger Konservatorium vervollkommnete sie ihre Studien bem bekannten Dirigenten-Lehrer Ilya Musin und auch bei Leonid Kortschmar.
Neben der Arbeit mit dem Nordic Symphony Orchestra tritt die Echo-Preisträgerin auch mit europäischen und amerikanischen Orchestern auf. So leitete sie in Strasbourg das Strasbourg Philharmonic zum Jahreswechsel 2004/05 und war im Januar 2005 in den USA mit dem New Jersey Symphony Orchestra zu erleen. Eine Japan-Tournee führt sie im September 2005 zu den Orchestern von Kyoto, Sapporo und zum Hiroshima Symphony Orchestra.
© 2005 WARNER CLASSICS / Tobias Richtsteig