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BIOGRAFIE
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"Diese Aufnahme der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim ist ein brachialer, genialer WOZZECK!" Josef Fromholzer, Amazon.de Alban Bergs Oper »Wozzeck« ist ein Schlüsselwerk der Moderne: nicht nur verband der Wiener Komponist und Privatschüler Arnold Schönbergs (von 1904-1910) zum ersten Mal erfolgreich die atonale Tonsprache mit den Erfordernissen des Musiktheaters, der überwältigende Erfolg der Berliner Uraufführung 1925 machte Alban Berg international bekannt – ein Meilenstein in der Rezeption der musikalischen Avantgarde. Die Vorgeschichte des »Wozzeck« beginnt im Mai 1914 mit der Wiener Uraufführung von Georg Büchners Dramen-Fragment »Woyzek«, das zwar von 1836 datiert, aber erst gut achtzig Jahre später bekannt wird. Beeindruckt von der Vielschichtigkeit des Stoffes, beschließt Berg, Büchners Text als Oper auszuarbeiten. Der Erste Weltkrieg unterbricht die Arbeiten, der Militärdienst im Kriegsministerium, der Berg seelisch stark belastet, liefert dem Komponisten jedoch auch Inspiration. 1921 vollendet Alban Berg schließlich das Manuskript des »Wozzeck«, doch die Anforderungen der komplexen Partitur stehen der zeitnahen Aufführung des Werks entgegen: der Orchesterapparat umfasst mindestens 100 Musiker, darunter wenigstens 50 bis 60 Streicher, dazu kommt noch eine Besetzung für Bühnenmusik mit kleinen Trommeln, Ziehharmonika, Gitarren, einem Piano und einer Heurigen- bzw. Wirtshausmusik. Im gleichen Jahr fertigt Berg einen Klavierauszug für Alma Mahler (ihrer Tochter Manon widmet er 1935 das Violinkonzert "Dem Andenken eines Engels"). Als er auf Anregung von Hermann Scherchen am 11. Juni 1924 beim Frankfurter Musikfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins »Drei Bruchstücke aus Wozzeck« als Orchestersinfonie präsentiert, überzeugt die emotionale Intensität der Musik den Dirigenten Erich Kleiber, die Uraufführung der Oper an der Staatsoper Berlin aufs Programm zu setzen. Nach 34 Orchesterproben feiert »Wozzeck« am 14. Dezember 1925 Weltpremiere, weitere zwanzig Aufführungen in Berlin folgen, dann wird das Erfolgsstück auch in Essen, Aachen, Düsseldorf, Königsberg, Lübeck, Köln, Gera, Prag, Leningrad; erst 1930 auch in Alban Bergs Heimatstadt Wien inszeniert. Siebzig Jahre später brachte Daniel Barenboim gemeinsam mit Patrice Chéreau den »Wozzeck« wieder auf die Bühne der Staatsoper unter den Linden, mit einer Starbesetzung um Franz Grundheber als Wozzeck und Waltraud Meier in der Rolle der Marie. Den Klangkörper für die Realisierung der expressionistischen Tonbilder der Partitur bildete wieder die Staatskapelle Berlin, das traditionsreiche Orchester der Uraufführung. Die Tradition des Ensembles reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück und umfasst damit nicht nur die gesamte Geschichte der deutsch-österreichischen Sinfonik. Mit dem Ende des Wilhelminischen Kaiserreiches 1918 wird die Berliner Lindenoper auch bekannt als Spielort der Werke zeitgenössischer Komponisten, darunter Igor Stravinsky, Darius Milhaud, Béla Bartok und Alban Berg. Es war Pierre Boulez, der den jungen Pianisten Daniel Barenboim als Gast des Ensemble Intercontemporain mit der Klangwelt Bergs bekannt machte. "Als wir das Kammerkonzert von Berg vorbereiteten und aufführten, war das mein erster Kontakt mit der zweiten Wiener Schule, bis dahin eine große Leerstelle in meiner Ausbildung." Der Übergang aus der freien Atonalität zur strengen Dodekaphonie, der sich in diesem Werk ankündigt, faszinierte Barenboim besonders. Mit der Staatskapelle Berlin schließlich konnte Barenboim die Traditionslinien lebendig und erlebbar machen, die Mahler und sogar Wagner als Vorläufer zum »Wozzeck« erweisen. Die wunderbare Neu-Edition der Aufnahmen in Ton und Bild auf DVD zeigt jetzt die einzigartige Verknüpfung des dramatischem Bildprogramms mit den Ausdrucksmöglichkeiten der Musik, die Alban Berg am Beginn des 20. Jahrhunderts schuf und die Barenboim/Chéreau so kongenial umsetzten. |