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Das Ghetto. Der natürliche Lebensraum JAHEIMs. Aufgewachsen in den Sozialprojekten New Brunswicks, kennt JAHEIM das Leben auf der Straße und musste lernen, wie man trotzdem durchkommt. „Ich liebe das Ghetto,“ sagt JAHEIM. Für mich ist es immer hypnotisch und aufregend gewesen. Was soll ich sagen, Mann? Das Ghetto, das ist, was ich bin. Und ich liebe es, mit den Homies an den Straßenecken zu stehen.“ Dementsprechend ist auch seine Musik eine Verbeugung vor der Ghetto-Kultur, und seine ersten beiden Alben hießen Ghetto Love (2001) und Still Ghetto (2002). Beide erzählten direkt aus JAHEIMS Leben, beide wurde mit US-Platin ausgezeichnet. Jetzt legt er seinen dritten Akt vor: Ghetto Classics. „Meine Tracks erzählen aus meinem Leben, und das hat seine Wurzeln hier draußen, auf der Straße,“ so JAHEIM. „Ich hatte ne Menge Schwierigkeiten als ich jünger war, aber auf der anderen Seite hat das Ghetto dafür gesorgt, dass ich immer einen kühlen Kopf behalte.“ Ghetto Classics ist der dritte Teil seiner persönlichen Ghetto-Trilogie, und auf diesen musste man ungewöhnlich lange warten, nämlich volle drei Jahre. „Ich war ein bißchen neben der Spur und hatte ein paar Sachen zu regeln,“ lacht er. „Ich musste mich um meine Familie kümmern, die Batterien aufladen, aber jetzt geht es weiter und keiner wird mich aufhalten.“ Schon im letzten Jahr präsentierte JAHEIM in den USA die erste Single Everytime I Think About Her, eine Coop mit Jadakiss, die er zusammen mit Eric Williams (Ex-Blackstreet) geschrieben hatte. Produziert von Bink & Bernard Bell ist es ein spezieller Track für das Rhythmusgefühl der Ladies. „Der Song war der Schritt in die richtige Richtung, er ist so soulful, er ist alles, was ich haben wollte.“ Und er präsentierte JAHEIM als ungeschlagenen Meister der HipHop-Balladen. Ghetto Classics entstand wieder in enger Zusammenarbeit mit JAHEIMs Mentor KayGee (Naughty By Nature/ Zhane), der ihn signte und produziert. Zwischen ihm und JAHEIM stimmt die Chemie auf eine Art, die es zwischen Sängern und Producern nur selten gibt, und ihre brillante Kollaboration beruht auf der gemeinsamen Liebe zur Tradition und ihrer Vermischung mit einem zeitgemäßen neuen Ansatz. So überzeugt schon der Opener The Chosen One mit souligen Bläsern und nahezu klassischen Vocals. The Chosen One ist die erste Single und ein echte Streetcorner Serenade, die alle Ladies dahinschmelzen lässt. Jaheim hat Soul und damit etwas, was den meisten HipHop-Posern für immer ein verschlossenes Gebiet sein wird. Aber JAHEIM hat auch dazugelernt, und so hat man mit Come Over einen von ihm selbst produzierten Track vor sich. Und wer könnte ihn besser als zarter aber nachdrücklicher Verführer einer wundervollen Frau in Szene setzen als JAHEIM selbst, der seine Funktion als Sänger, Komponist und Produzent in diesem Track perfekt umsetzt. Als weitere Kollaborateure auf Ghetto Classics fungierten Scott Storch, Terence Abney, Balewa Muhammad u.a.. JAHEIM hat es nicht leicht gehabt. Als er zwei war, starb sein Vater, und seine Mutter musste ihn und seine beiden Brüder allein großziehen. Und trotz der grenzenlosen Liebe seiner Mutter verbrachte JAHEIM seine Kindheit zuviel bei entfernten Bekannten, in Treppenhäusern und in Motels. „Es fehlte ein fester Halt,“ sagt JAHEIM heute. „Ich kam in Schwierigkeiten, hing mit einer verrückten Gang rum und wurde eingesperrt.“ Mit 16 kam er als ein neuer Mensch aus dem Knast. Aber kaum war er frei, starb seine Mutter plötzlich an einer Krankheit. „Meine Mom war alles für mich, und als ich sie verlor, lernte ich wirklich etwas über das Leben.“ Auf Ghetto Classics unüberhörbar, wie sehr ihn diese Zeit prägte. Aber er hatte musikalisches Talent geerbt. „Mein Grovater Victor Hoagland war Mitglied bei den Drifters, und ich glaube, er hat diese Fackel an mich weitergegeben. Grandpa hat mich gesehen, als ich bei einer Open-Mic-Night zum ersten Mal auf die Bühne ging, und er war da, als ich dreimal hintereinander die Apollo Amateur Night gewann. Bevor er starb bekam er noch mit, dass ich meinen Plattenvertrag bekommen hatte. Meine musikalische Karriere ist ihm gewidmet. Und, glaubt mir, diese Verantwortung bringt mich dazu, immer noch etwas härter zu arbeiten.“ Wirklich, JAHEIM übernimmt Verantwortung. 2005 gründete er die Urban Dreams Foundation, die den Kids all jene Möglichkeiten geben soll, die er selbst als Kind nicht hatte. „Angefangen haben wir mit Sportveranstaltungen, um die Kids von der Straße zu holen. Wir holten Athleten und Entertainer dazu, die mit ihnen sprechen und ihnen Hoffnung geben, dass ihre Träume Wirklichkeit werden können.“ Zudem bekam eine allein erziehende Mutter zum Muttertag ein Haus geschenkt. „Ich habe gesehen, wie meine Mutter kämpfen musste. Hätte sie ein eigenes Haus gehabt, hätte das viel erleichtert.“ JAHEIMs Einflüsse finden sich bei Marvin Gaye, Donny Hathaway, Sam Cooke, aber auch Luther Vandross, der ihn als Kind dazu bewog, das Mikro in die Hand zu nehmen. „Während ich Ghetto Classics aufgenommen habe, konnte ich oft den Geist Luthers spüren,“ erzählt JAHEIM. „Es gibt keinen anderen bekannten schwarzen Sänger, der von den Siebzigern bis zu seinem Herzinfarkt 2004 so konsequent gut war. Obwohl er ein großer Star war, habe ich immer noch das Gefühl, dass er als Genie nicht genug gewürdigt wurde.“ Mit Ghetto Classics kehrt JAHEIM nun in die Billboard-Charts und Radiohit-Szenerie zurück. Aber den wahren Grund für Ghetto Classics verrät er selbst: „Wenn es etwas gibt, das mich dazu gebracht hat, Ghetto Classics aufzunehmen, waren es die Fans. Ich bin sehr gespannt, wie sie die neuen Songs aufnehmen werden. Ich tue, wofür ich geboren wurde, und ich liebe es.“ Hamburg, im März 2006 (jaheim ghetto classics.doc) © WMGG Records / tbe
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