JOHN ADAMS

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BIOGRAFIE

John Adams wurde am 15.2.1947 in Worcester, Massachusetts geboren und ist in Vermont and New Hampshire aufgewachsen. Im Alter von zehn Jahren begann er, sich mit Musiktheorie und Komposition zu beschäftigen; zu dieser Zeit erhielt er auch schon Klarinettenunterricht von seinem Vater. Als Teenager spielte Adams auch in kleinen Orchestern und bei Festspielumzügen.

Das kulturelle und intellektuelle Leben seiner Heimat, insbesondere das Boston Symphony Orchestra und seine Erfahrungen an der Harvard Universität waren prägend für die künstlerische Entwicklung von John Adams. Nachdem er im Jahr 1969 seine Zeit an der Harvard Universität mit einem glänzenden Abschluß beendet hatte, studierte er noch zwei Jahre am selben Institut bei Leon Kirchner und erhielt einen zusätzlichen Abschluß in Komposition.

1971 zog er nach San Francisco, wo er schnell in die blühende und abwechslungsreiche Szene der zeitgenössischen Musik in der Stadt involviert war. Zehn Jahre lang unterrichtete er am San Francisco Conservatory of Music und schrieb unterdessen viele Konzerte im Idiom der neuen Musik - zunächst für das Konservatorium und später für die San Francisco Symphony. Er entwickelte die "New and Unusual Music" Serie für die San Francisco Symphony und wurde 1983 der erste Haus-Komponist des Orchesters. Eine Reihe seiner erfolgreichsten Orchesterwerke wie "Harmonium" (1981), "Grand Pianola Music" (1982) und "Harmonielehre" (1985) hat er in jener Zeit geschrieben.

1985 begann seine Zusammenarbeit mit der Poetin Alice Goodman und dem Theaterregisseur Peter Sellars. Aus dieser Kooperation entstanden die beiden Opern "Nixon in China" und "The Death of Klinghofer". Diese Werke wurden weltweit aufgeführt und gehören mittlerweile zu den bekanntesten Opern der jüngeren Musikgeschichte. "Nixon in China" gewann 1989 einen Grammy und wurde vom Time Magazin zu den 10 wichtigsten Aufnahmen des Jahrzehnts gezählt.

Ein weiteres Bühnenstück, "I Was Looking At The Ceiling. And Then I Saw The Sky", wurde von Peter Sellars in den USA und Europa mehr als fünfzig Mal aufgeführt. Der Titel nimmt Bezug auf das Erdbeben in Los Angeles. Das Oratorium "El Niño", hatte im Dezember 2000 Pemiere in Paris und wurde im August 2001 erstmals aufgenommen.

Adams arbeitet auch als Dirigent mit vielen bekannten Orchestern zusammen, u.a. mit dem Concertgebouw Orchestra Amsterdam, von 1987 bis 1990 mit dem St. Paul Chamber Orchestra und auch mit dem Ensemble Modern unternahm er in den Neunzigern ausgedehnte Tourneen durch Europa und den USA. Mit der London Sinfonietta nahm er beeindruckende Alben mit der Filmmusik von T. Takemitsu und Leonard Rosenman (Rebel Without A Cause", "East of Eden") auf.  1995 wurde Adams vom Kulturministerium Frankreichs zum "Chevalier of the Institute of Arts & Letters" ernannt. 1997 vom Magazin Musical America wurde er zum "Komponisten des Jahres" gewählt. Mehrere europäische und amerikanische Dokumentarfilme informieren über das Leben und Werk des engagierten Komponisten.

Für sein Requiem 'On The Transmigration Of Souls' erntete John Adams im Herbst 2002 nicht nur eine kontroverse Diskussion, sondern auch den Pulitzer Preis für Musik. Das New York Philharmonic Orchestra und das Lincoln Center hatten das Werk gemeinsam mit der finanziellen Unterstützung einer alten New Yorker Familie bei Adams in Auftrag gegeben, zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001

Zu Beginn der Konzertsaison 2002/03 kam 'On The Transmigration of Souls' zur Uraufführung in der Avery Fisher Hall, geleitet von Lorin Maazel, der damit seinen Einstand als Chef des NYP gab.

Die Los Angeles Times beschrieb „On The Transmigration Of Souls“ als „Ein nahezu perfektes postmodernes Requiem ... Die Struktur von Transmigration ist sehr komplex: Eine elektronische Tonspur kombiniert die Klänge der Stadt mit der Verlesung zufällig ausgewählter Namen der Opfer – da sind strahlende Orchesterfarben und Chöre von Erwachsenen und Kindern singen Ausschnitte aus den spontanen Botschaften der Nahestehenden. Die Wirkung ist die eines unmittelbar einhüllenden Klangteppichs.“

John Adams bezeichnet die 25-minütige Komposition lieber als einen „Raum der Erinnerung“. „Mit diesem Stück möchte ich mit musikalischen Mitteln die gleiche Art Gefühl erreichen, die einen überwältigt, wenn man eine dieser alten, majestätischen Kathedralen in Frankreich oder Italien betritt... Man fühlt die Gegenwart vieler Seelen, Generationen über Generationen, und man spürt ihre gesammelte Energie, als wären sie alle in diesem Raum zusammengekommen. Dennoch findet man sich sehr einsam mit seinen Gedanken, die sich außerordentlich spirituell fokussieren.“

In die Komposition für Orchester, Chor und Kinderchor integrierte John Adams eine Tonspur mit Aufnahmen vom 11. Spetember 2001, die Texte zitieren die Vermisstenanzeigen rund um die Ruinen des World Trade Center und Telefongespräche der Opfer, die in der New York Times als „Portraits of Grief“ veröffentlicht worden waren.

Nach der wiederholten Auseinandersetzung mit Themen der Zeitgeschichte (zuvor schon hatte Adams mit Peter Sellars die Opern „Nixon in China“, „The Death of Klinghoffer“ oder „I Was Looking At The Ceiling And Then I Saw The Sky“ realisiert) wandte sich der Komponist für die beiden Auftgragskompositionen 'The Dharma at Big Sur' und 'My Father Knew Charles Ives' seinen eigenen musikalischen Wurzeln zu.

The Wall Street Journal nannte in der Besprechung der Premiere in L.A. The Dharma at Big Sur “ein herzzerreißend schönes Werk für elektrischen Fiddler und volles Orchester, das hohe, durchdringende Folk-Klänge aus Osten und Westen in den Reichtum der klassisch sinfonischen Tradition eingewickelt werden – von einem Komponisten, der sie alle liebt und versteht.” The Los Angeles Times beschrieb das Konzert als “ein unwiderstehlicher Tribut an Kalifornien… eine Partitur wie die große stürmische Umarmung eines Bären.. so komplex farbenfroh, wie dieser komplexe und farbenfrohe Komponist von jeher schreibt.”

My Father Knew Charles Ives entstand für das San Francisco Symphony Orchestra und ist dessen Leiter, Michael Tilson Thomas gewidmet, der auch die Uraufführung des Stücks leitete. The New York Times beschrieb es als “ein Werk, das liebevoll an die Kindheit des Komponisten erinnert und die Eindrücke seiner Jugend, sowohl geografisch wie akustisch… Adams´ Vater kannte Ives nicht tatsächlich, aber das hätte durchaus sein können, wenn man die Leichtigkeit bedenkt, mit der der Komponist Ives´ Techniken des Zitierens und der Schichtung von Musik über Musik sch zu eigen macht." The San Francisco Chronicle lobte “seine Fusion von persönlicher und kultureller Geschichte – die Art, wie Adams seine eigene musikalische Vergangenheit mit derjenigen der Vereinigten Staaten verflicht, wie schon von Ives vorgemacht."  

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