JOSÉ SEREBRIER

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BIOGRAFIE

Seit mehr als vier Jahrzehnten zählt José Serebrier zu den erstaunlichsten Dirigenten der Welt. "Er ist ein Meister der Orchestralen Klangbalance" lobte sein Mentor, Leopold Stokowski den damals 22-jährigen Assistenten des American Symphony Orchestra in New York. Seitdem tragen über 175, vielfach preisgekönte Einspielungen mit den besten Orchestern der Welt Serebriers guten Ruf in die ganze Welt.

Schon früh erwies sich der am 3. Dezember 1938 in Montevideo/Uruguay als Sohn russich/polnischer Eltern geborene José Serebrier als musikalisches Wunderkind. Mit neun Jahren erlernte er die Violine, das Klavierspiel und begann bald, eigene Kompositionen zu fixieren. Sein frühestes erhaltenes Werk, eine "Sonate für Solo Violine, Op.1" datiert von 1948. Serebrier absolvierte die Montevideo School of Music und das Montevideo Conservatory, bis er als 18-jähriger mit seiner Orchester-Ouvertüre "La Leyenda De Fausto" einen landesweiten Wettbewerb gewann und auch über Uruguays Grenzen hinaus Aufmerksamkeit erregte. Auf Initiative von Aaron Copeland und Virgil Thompson erhielt er ein Stipendium des amerikanischen State Department und schrieb sich noch im selben Jahr am Curtis Institute of Music zum Kompositions-Stiudium bei Vittorio Giannini ein. In Tanglewood studierte er darüber hinaus bei Aaron Copeland und absolvierte eine Ausbildung zum Dirigenten bei Pierre Monteux und Antal Dorati, der ihn als seinen einzigen Schüler bezeichnet. Mit 20 Jahren war Serebrier 1958 bereits Nachwuchs-Dirigent des Minneapolis Symphony Orchestra und vollendete seine "Partita. Symphony Nr.2" (1957/58)

Als Komponist wie auch als Dirigent entwickelt Serebrier ein Höchstmaß an Farbigkeit im Klang des sinfonischen Orchesters. 1962 schließlich folgte der Ruf auf die Stelle als Assistent beim New Yorker American Symphony Orchestra unter Leopold Stokowski, der zum begeisterten Mentor des jungen Serebrier wurde. Stokowski brachte Serebriers "Elegy For Strings" zur Premiere in der Carnegie Hall, wo der junge Dirigent ebenfalls 1962 sein Debüt als Dirigent des American Symphony Orchestra hatte, das von Publikum und Kritik enthusiastisch aufgenommen wurde. 1968 wechselte Serebrier als Assistent nach Cleveland zu George Szells Cleveland Orchestra, wo er weitere zwei Jahre bei dem ungarischen Meister lernte.

In den 70er und 80er Jahren leitete Serebrier als Gastdirigent die besten Orchester der Welt, Aufnahmen mit dem London Symphony Orchestra, dem Royal Philharmonic, der SWR Symphony Baden-Baden und Freiburg, den Bamberger  Sinfonikern, Royal Scottish National Orchestra, Barcelona Symphony Orchestra, der Rome Symphony des RAI, Czech State Philharmonic of Brno und den Sinfonie-Orchestern von Sidney, Melbourne und Adelaide belegen Serebriers Meisterschaft. Seine ersten Einspielungen der Film-Suiten von Shostakovitch erhielten den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Das "British Music & Musicians" lobte ihn überschwänglich: "Seit über 40 Jahren hören wir Platten und besuchen Konzerte, doch noch niemals begegnete uns eine vollkommener umgesetzte, musikalisch reinere und umfassender befriedigende Aufführung der Sinfonien Mendelsohns als die, die uns der Ausnahme-Künstler José Serebrier schenkte. Seine Interpretation der "Schottischen" Sinfonie Mendelssohns ist die einzige, die das Werk gleichberechtigt neben die "italienische" stellt. Er ist der einziger Dirigent, der der "schottischen" Sinfonie Sinn verleiht und aufzeigte, dass sie wirklich ein großes Werk ist. Das Hauptproblem ist das Finale, das selbst Meister wie Klemperer oder Karajan (unter vielen anderen) nicht schlüssig deuten konnten. Serebrier enthüllt eine strukturelle Geschlossenheit des Werks, die uns überraschte. Seine Einspielung ist völlig lebendig."

1985 initiierte José Serebrier das "Festival Miami" und entwickelt dort seither ein Aufsehen erregendes Programm. Auftragskompositionen von Elliott Carter ("String Quartet No.4") und anderen, sowie die amerikanischen Premieren einer Liszt-Oper, einer Wagner-Ouvertüre und anderer Werke haben Miami auf den iunternationalen Festspielkalender gerückt.

Für seine Einspielungen der Musik Schumanns wurde Serebrier im Frühjahr 2002 zweimal für den GRAMMY nominiert. Als besondere Ehre wurde er eingeladen, bei der Verleihung der Preise in Los Angeles zu dirigieren. Zwischen den Pop und Rock-Preisen war dieser Teil der 3 einhalbstündigen Zeremonie, die in 175 Länderen der Erde etwa eine Milliarde Zuschauer erreichte, die einzige Präsentation klassischer Musik. Im Juni 2002 erschien in Frankreich und Kanada die Biographie "José Serebrier, A Conductor And  Composer At The Dawn Of The New Century" des Musikkritikers Michel Faure. Das 360 Seiten starke Buch wurde ein Bestseller und wird zur Veröffentlichung in Englisch, Spanisch und Deutsch vorbereitet.

José Serebrier fährt fort, bemerkenswerte Stücke des klassischen Repertoires aus der ganzen Welt in meisterlichen Einspielungen einem breiten Publikum vorzustellen. Im Sommer 2004 veröffentlicht er bei Warner Classics ein Album der 5. Sinfonie von Alexander Glazunov, der als rechtmäßiger Nachfolger Tchaikovskis gilt und den russisch-nationalen Stil mit der modernen westlichen Sinfonik verband.

© 2004 Warner Classics / Tobias Richtsteig