KRONOS QUARTET

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BIOGRAFIE

The Cusp of Magic

Mit The Cusp of Magic (in etwa: Magischer Scheitelpunkt) setzt das in San Francisco wohnhafte Kronos Quartet ihre erstaunliche und langjährige Zusammenarbeit mit dem Komponisten Terry Riley fort, dem Vorreiter der Minimalismus Bewegung. Der in Nord-Kalifornien geborene Riley traf den Kronos -Mitbegründer, den Violinisten David Harrinton, das erste Mal im Jahre 1978, als der Komponist am Mills College in Oakland unterrichtete und Harrington einer seiner Studenten war. Seitdem hat Riley etliche Streichquartette für die Gruppe geschrieben und Kronos nahm solch bedeutende Werke auf oder spielte sie live, wie das Salome Dances for Peace (1989) und Sun Rings (2002), welches von der NASA in Auftrag gegeben wurde. The Cusp Of Magic erinnert an Riley´s 70. Geburtstag und wurde für das Kronos Quartet geschrieben, sowie Wu Man, die international bekannteste Spielerin der Pipa, der chinesischen Flöte.
Zum ersten Mal wurde das Stück am 1. Mai 2005 in der Zellerbach Hall der Berkeley University of California aufgeführt und ist seitdem ein beliebter Bestandteil des Kronos Live-Repertoires.

Der Kritiker der Los Angeles Times, Mark Swed, schrieb: “Cusp Of Magic, mit seinen Elementen von Schlafliedern, chinesischen Songs und seinem freundlichen Charakter, sprudelt über vor Freude.“ Und pries gleichzeitig das geradezu akademische Spiel von Wu Man. London´s Guardian sagte, „ohne jede Angst fegt Riley´s Musik alle Grenzen zwischen östlichen und westlichen Traditionen, genauso wie zwischen Hochkultur und einfacher Unterhaltung einfach fort. Ganz offensichtlich ist er als Komponist einen langen Weg gekommen, seitdem er in den 60ern die Saat des Minimalismus säte.“
Riley selber sagt: „The Cusp Of Magic füllt sicherlich das Bild aus, welches ich während der letzten 25 Jahre gemeinsam mit dem Kronos Quartet gemalt habe. Meine Kompositionen für Kronos sind die wichtigsten meiner notierten Arbeit, jede für sich aus einer unterschiedlichen Stimmung heraus geschrieben und mit einer unterschiedlichen musikalischen Struktur, wodurch sie neue Herausforderungen darstellen, für beide, Komponist und Spieler. Hier sind die verschiedenen Timbres und Resonanzen der chinesischen Pipa einerseits, sowie die des westlichen Streichquartetts anderseits, das bedeutsamste Merkmal. Sie unterstreichen das Cross-Over Potenzial der kulturellen Bezüge, sodaß westliche Themen auf östliche Ansätze projiziert werden können, und umgekehrt.“

Der Titel bezieht sich auf die Sommersonnenwende, denn das Stück hat magische, mysteriöse und teilweise spielerische Qualitäten. Riley hat digitale Samples eingebaut, die er von Spielzeugen aufnahm (gesammelt hat sie Harrington über all die Jahre des Tourlebens und sie kommen auch gerne bei seiner Enkelin zum Einsatz). Außerdem bat Riley Wu Man einige kurze Schlaflieder auf Chinesisch zu komponieren und einzuspielen (Dabei überlegte sie, was sie ihrem jungen Sohn vorsingen würde, wenn sie zu ihm zurückkehren würde). Trotz der kindlich-fröhlichen Momente schlägt Cusp Of Magic auch dunklere Töne an, sagt Riley. „Ich denke, das bezieht sich auf unsere tägliche Realität, die sich durch Kriegstreiberei meiner Nation auszeichnet, wie eine schwarze Wolke, die über uns schwebt.“