KURT MASUR

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BIOGRAFIE

Als Kurt Masur 1991 Dirigent des New York Philharmonic wurde, schien dies an die alte Tradition anzuknüpfen, nach der amerikanische Orchester bevorzugt Leiter aus dem alten Europa nominieren. Doch näher betrachtet, ist das Engagement Masurs Beleg für den Mut zu unkonventionellen Entscheidungen und zukunftsweisend. Kurt Masur ist nicht nur einer der international am weitesten geachteten Dirigenten, sondern auch bekannt für seinen Beitrag zur Bürgerrechtsbewegung. Und obwohl das NYP unter seinem Vorgänger Leonard Bernstein bereits mehrere Jahrzehnte lang zu den führenden Orchestern der Welt gehörte, fällt in die Amtszeit von Kurt Masur eine deutliche Schärfung der Präzision des Klangkörpers und die Formung eines prägnanten Klangbildes.

Unter Masurs Leitung begann das New York Philharmonic eine einzigartige Reihe von US-weit übertragenen Radio-Konzerten und spielte für Teldec eine umfangreiche Diskographie ein.

Warner Classics veröffentlicht jetzt eine 5CD-Box der Interpretationen, die Kurt Masur mit dem New York Philharmonic vom sinfonischen Œvre des deutschen Romantikers Johannes Brahms einspielte.
Erst mit 34 Jahren - nach langem Zögern – fand sich Brahms in der Lage, seinem großen Vorbild Beethoven nachzufolgen und selbst die klassische Form der Sinfonie zu meistern. Der Dirigent und Zeitgenosse Hans von Bülow bezeichnete Brahms´ 1. Sinfonie, die über fünfzehn Jahre  (1862-77) bis zur Vollendung brauchte, als "Beethoven´s 10." Noch im selben Jahr kam auch die 2. Sinfonie zur Uraufführung und bis 1885, zwölf Jahre vor seinem Tod, legte Brahms noch zwei weitere Sinfonien vor, die mit ihrer komplexen Harmonik und ernstem Ton zu den Meisterwerken des Genres und zum Repertoire jedes angesehenen Orchesters gehören.
Das "Deutsche Requiem" schuf Brahms gleichsam als Vorbereitung zu den Sinfonien. Nicht an der überlieferten Liturgie der deutschen Totenmesse orientierte sich der junge Komponist, sondern setzte Text und Programm aus Worten der Bibel zusammen, die um die Themen Tod und Trauer kreisen, ohne jedoch unmittelbar religiöse Zusammenhänge anzusprechen. Brahms selbst war nach dem Tod seiner Mutter enttäuscht von dem schwachen Trost, den eine dogmatische Kirche spenden konnte und schlug vor, sein Werk als ein "Menschliches Requiem" zu betiteln.

Mit Sylvia McNair und Hakan Hagegard, unterstützt vom Westminster Symphonic Choir gelang Kurt Masur als Leiter des New York Philharmonic inmitten der brodelnden Weltstadt New York eine einfühlsame Interpretation dieses Kernstücks aus dem Repertoire der deutschen klassischen Romantik.