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BIOGRAFIE
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"You know, I've got a funny feeling I've seen this all before. Why? Cause I'm a caveman." Laurie Anderson "America´s Multi-Mediatrix" nannte das Magazin Wired die 1947 in Chicago geborene Laurie Anderson und benennt damit nur eine Seite der vielschichtigen Künstlerin. "Ich bin nur eine Geschichten-Erzählerin. Was ich mache, ist die älteste Kunstform der Welt." Seit den siebziger Jahren ist Laurie Anderson als Protagonistin der New Yorker Avantgarde bekannt geworden. Sie tourte mit aufwändigen Multi-Media-Performances durch die ganze Welt, ihr Handphone Table - Remembering Sound steht im Museum of Modern Art, der Film Home of the Brave dokumentiert ihre erste Welttournee, die Nerve Bible versammelt ihre Texte in Buchform und ihre Songs füllen inzwischen acht Alben seit dem Debut Big Science (1982) bei Warner. Schon als Kind spielte Laurie Anderson mit dem Chicago Youth Symphony Orchester Geigenkonzerte, 1966 ging sie nach New York und bereitete sich akademisch auf eine Laufbahn als Künstlerin vor. 1969 verließ sie das Barnard College in New York mit Auszeichnung für ihre Kunstgeschichts-Studien, 1972 schloß sie das Studium der Bildenden Künste an der Columbia Universität ab. Sie arbeitete in einem Kreis von Bildhauern, Malern und Musikern, darunter Gordon Matta-Clark, Tina Girouard, Keith Sonnier und Phil Glass. Schon ihren ersten Performances verband Laurie Anderson Installation, Performance und Musik. Auf einem Eisblock stehend spielte sie in Duets on Ice mit einer präparierten Violine Tschaikowski, bis das Eis geschmolzen war. Auch ihre textorientierten Arbeiten unterlegte Anderson mit Musik, 1977 erschien eine erste Single It's Not the Bullet that Kills You - It's the Hole und 1982 erreichte der 8-Minuten-Song Oh, Superman von dem Debut-Album Big Science Platz 2 der britischen Charts. Laurie Andersons Studio-Alben versammelten immer wieder die besten Musiker und Produzenten aus Jazz und Avantgarde-Pop. Für das Album Mister Heartbreak (1984) arbeitete Laurie Anderson mit Musikern wie Bill Laswell und Peter Gabriel zusammen, auf Strange Angels (1989) ist Robbie Kilgore, der Gitarrist der Doors ebenso zu hören wie der Vokal-Artist Bobby McFerrin. Steve Gadd, Joey Baron, Mark Dresser, Arto Lindsay, Peter Scherer und viele andere ergänzen die Liste. Bright Red (1994) wurde von Brian Eno produziert, als Gastsänger erscheint Lou Reed. Immer wieder verarbeitet Laurie Anderson Texte, Bilder und Musik in verschiedenen Formen Ihrer Arbeit. Die achtstündige Multi-Media-Show United States I-IV (1983) zeigt über 1.200 Photos, Filme, Cartoons und Bilder in Verbindung mit Musik und Text. Nach umfangreichen Tourneen mit dieser aufwändigen Show entstand 1986 aus diesem Material der Film Home of the Brave, dessen Soundtrack unter dem gleichen Titel erschien. Nach den Arbeiten an Nerve Bible und Puppet Motel nahm Laurie Anderson wieder ein Live-Projekt in Angriff. Ihre Multi-Media-Oper Songs and Stories from Moby Dick (1999) zitiert Melvilles Roman um einen Kapitän und seine verlorene Mannschaft als das amerikanische Nationalepos. Die darauf folgende CD Life on a String (2001) präsentiert einen Teil der Songs aus Moby Dick. Life on a String, das Debut bei Nonesuch, kennzeichnet auch eine musikalische Richtungsänderung. Zwischen Streicherarrangements und TripHop-Atmosphäre siedeln die 12 Tracks, die unter anderem mit der Unterstützung von Van Dyke Parks, Bill Frisell, Cuong Vu und Lou Reed entstanden. Für die US-Tournee zur Präsentation des neuen Albums konzentrierte Laurie Anderson die Arrangements auf ein Rockband-Format. Peter Scherer, Skuli Sverisson und Jim Black begleiteten Anderson, die Frontfrau an Keyboards und Violine. Im Rahmen dieser Tour fanden die Konzerte in der New Yorker Town Hall am 19. und 20. September 2001 unter besonderen Umständen statt. Wenige Tage zuvor hatten die Anschläge in New York und Washington das Selbstverständnis Amerikas erschüttert. Laurie Anderson entschloss sich, eine Auswahl aus ihren Songs seit Oh Superman in einem intensiven Konzert neu zu präsentieren. "Ich fühlte mich, als hätte ich es gestern geschrieben. Ich habe oft über Verlust, Betrug, Tod, Technologie, Zorn und Engel geschrieben. Jetzt sang ich auf einmal über die absolute Gegenwart." Diese Konzerte, mit Songs von Life on a String und vielen Hits aus über 20 Jahren sind als Doppel-CD Laurie Anderson Live at Town Hall, New York im Sommer 2002 veröffentlicht worden. © 2002 WARNER CLASSICS & JAZZ |
