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BIOGRAFIE
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„Irgendjemand schrieb einmal: lauf, kleines Büchlein, lauf. Ich für meinen Teil würde den Satz gern umschreiben: lauf, kleines Lied, lauf. Denn für mich besitzen Lieder ein eigenes Leben (die guten zumindest): sie spinnen ihre Netze und fangen Momente ein, Erinnerungen, Gefühle und natürlich auch Menschen. Manche von ihnen sind klein und schüchtern, etwa wie ein unruhiges Kind, das zu lächeln beginnt, wenn du es am wenigsten erwartest. Andere wieder zwingen dich, ihnen zu gehorchen oder hauen dich einfach um. Von manchen hörst Du jahrelang nichts, und eines Tages triffst du sie plötzlich wieder und bist erstaunt, wie sehr sie gewachsen sind, und du freust dich, dass es ihnen gut geht, dass sie keine Omas beklauen oder deine Versicherung verscherbeln. Oder dich fragen, ob du ihnen bei einer Wahl deine Stimme gibst.“ Irgendwo zwischen klassischem Songwriting und modernem Pop bewegen sich die 11 Songs von NERINAs Album Fires, das fachkundige Geburtshilfe von Produzent Howard Willing (Smashing Pumpkins), Eric Rosse (Tori Amos) und nicht zuletzt Wendy Melvoin (Prince & The Revolution, Wendy & Lisa) bekam, deren Studio in LA übrigens während der Aufnahmen von einem Stuntfahrer zertrümmert wurde. Der nämlich rammte einen Hydranten an der Außenmauer des Gebäudes, als er einen Stunt für Harrison Ford fuhr. Danach ging er in den Krieg und NERINA schrieb einen Song darüber: Die erste Single Everybody’s Gone To War. „Im letzten Jahr gab ich der Plattensammlung meiner Eltern eine letzte Chance,“ erzählt die junge Songwriterin. „und ich fand eine ganze Reihe von Edelsteinen: Simon und Garfunkels „Greatest Hits“ und Carole Kings „Tapestry“. Ich finde, Paul Simon hat einen Nobelpreis für die Zeile „still a man hears what he wants to hear and disregards the rest“ (The Boxer) verdient. Und ich mag Carole King, weil die meisten ihrer Songs in einer heiteren Tonart geschrieben sind, und sie hat eine fröhliche Stimme, die schafft, dass ich mich mit mir selbst wohlfühle. Ich hatte damals keine wirkliche Vorstellung, was es bedeutet, wenn ich singt: „es wird gute Zeiten für mich und dich geben“, einfach, weil ich ein Kind war. Jetzt weiß ich es und ich liebe Carole King um so mehr dafür.“ Auf Fires bekommt man einige bekannte Leute zu hören. Jim Keltner spielt mit (der damals die Drums auf John Lennons „Imagine“ spielte), Jon Brion, musikalisches Wunderkind und Fiona Apple-Produzent, ist an der Gitarre zu hören und Doyle Bramhall II (der ‚andere Gitarrist’ von Eric Clapton) spielt Gitarre und singt mit seiner Gattin Susannah Melvoin die Backgrounds. Außerdem ist Lyle Workman, langjähriges Mitglied der Band von Beck, an den elektrischen und akustischen Gitarren sowie am Bass zu hören, Roger Manning Jr., Gründungsmitglied von Jellyfish, spielt Hammond und Rhodes und Sebastian Steinberg von Soul Coughing spielt Bass. Alle Pianos, die meisten Keyboards und einige Gitarren wurden von NERINA selbst gespielt, die die Songs alle sang und schrieb. Also lauft los, kleine Lieder.... Hamburg, im Februar 2006 (Nerina Pallot.doc) |
