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„Das alte Werk - zehn Mal Harnoncourt“
Vielfach ausgezeichneter Dirigent, Verfasser einflussreicher Musikschriften wie „Töne sind höhere Worte“ und „Der musikalische Dialog“, Pionier der historischen Aufführungspraxis – kein anderer Dirigent hat die Welt der klassischen Musik im vergangenen halben Jahrhundert so geprägt wie der Österreicher Nikolaus Harnoncourt, der am 06. Dezember seinen 80. Geburtstag feierte.
Das Fachmagazin Rondo etwa meint: „Ohne die Revolution der Musizierweise, die der Cellist und Dirigent Nikolaus Harnoncourt vor fast fünfzig Jahren angestoßen hat, würden wir heute anders und Anderes hören“.
Mit „Das Alte Werk“ wird die beliebte Reihe fortgesetzt, in der Höhepunkte aus dem Schaffen Nikolaus Harnoncourts präsentiert werden.
Die Sammlung mit zehn Titeln unter dem Dirigat des Meisters ist ab sofort im Handel erhältlich.
Nikolaus Harnoncourt feiert Geburtstag
„Wenn ich den Begriff „authentisch“ höre, gehe ich die Wände hoch" gibt Nikolaus Harnoncourt gerne im Interview zu. Dabei gehört er mit seinem Concentus Musicus Wien zu den Begründern der so genannten historischen Aufführungspraxis. Am 6. Dezember 2009 feiern wir seinen 80. Geburtstag – und danken dafür, dass er die Alte Musik zurück ins Leben geholt hat, anstatt ihr ein wohltemperiertes Museum zu errichten. Er erklärt dazu: „Das Instrument ist ein Weg und nicht ein Ziel. Diese „Authentizität“ ist etwas, was man nie erreichen kann. Es ist Fantasie. Der Musiker ist zehnmal wichtiger als das Instrument.“Und das Magazin Rondo kommt zu dem Fazit: "Ohne die Revolution der Musizierweise, die der Cellist und Dirigent Nikolaus Harnoncourt vor fast fünfzig Jahren angestoßen hat, würden wir heute anders und Anderes hören“. 40 Jahre war Harnoncourt exklusiv beim Label Teldec unter Vertrag, insgesamt spielte er weit über 400 Schallplatten und CDs ein.
Zur Feier seines runden Jubiläums bietet Warner Classics die schönsten Harnoncourt-Einspielungen als Jubiläums-Geschenk an.
Harnoncourt und die Genoveva
Robert Schumanns "Genoveva - unspielbar? Pah! Nicht für einen Mann vom Kaliber eines Nikolaus Harnoncourt. Das romantische Musiktheater ist nur äußerst selten auf der Bühne zu sehen. Umso mehr hat es Harnoncourt, einen der einflussreichsten Dirigenten Europas, gereizt, das Werk umzusetzen.Das allerdings geht natürlich nicht ohne gründliche Einarbeitung: So wie man romantische Malerei und Dichtung erst verstehen lernen musste, müsse man auch die romantische Oper "Genoveva" richtig deuten. "Schumann hat gesagt: Ich will keine rezitativische Oper", so Harnoncourt. "Das, was er wollte, hat er perfekt realisiert. Und wir haben es 150 Jahre lang missverstanden."
Am Züricher Opernhaus dirigiert er derzeit die Aufführungen der "Genoveva", inszeniert von Martin Kusej. Der verlegte die Handlung aus der Zeit der Kreuzritter in die Mitte des 19. Jahrhunderts - beides gleichermaßen Zeiten der Umwälzungen.
Martin Kusej: "Wenn man in die Romantik eintaucht, wenn man sich dafür interessiert, warum, wie und wann Schumann das komponiert hat, wenn man gesellschaftliche Konnotationen sucht - was ist damals los gewesen, was hat begonnen und wie hat sich das aufs 20. Jahrhundert und eventuell auch aufs 21. Jahrhundert ausgewirkt -, dann findet man einen Weg, wie das sehr spannend und aufwühlend auf der Bühne funktioniert."
