SAKARI ORAMO - BARTOK

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BIOGRAFIE

In den vergangenen 12 Jahren hat sich Sakari Oramo weltweit einen Namen als Dirigent gemacht. Seit er 1998 Chefdirigent und ein Jahr später auch Musikdirektor des City of Birmingham Symphony Orchestra wurde, ist sein Name mit dem hervorragenden Ensemble verknüpft, das er von Simon Rattle übernommen hatte. Doch es war seine Stelle als Konzertmeister des Finnish Radio Symphony Orchestra, die ihn 1993 ins internationale Scheinwerferlicht katapultierte. Damals übernahm Oramo die Leitung des Abends in Vertretung des erkrankten Chefdirigenten – mit nur wenigen Stunden der Vorbereitung. Das Konzert wurde ein triumphaler Erfolg und Sakari Oramo umgehend zum zweiten Chefdirigenten ernannt. In der Saison 2003/2004 kehrte er in die Heimat zurück, diesmal als Chefdirigent – und unterschrieb einen Vertrag bis 2009.  

Das Finnish Radio Symphony Orchestra zählt zu den besten Ensembles der Welt. Gegründet 1927 als Rundfunk-Kammerorchester versammelte das FRSO die führenden Musiker Finnlands, wo es pro Einwohner mehr Orchester gibt als sonst auf der Welt. Inzwischen ist der Klangkörper auf eine Besetzung von siebzig Musikern und Musikerinnen angewachsen. Nach wie vor profiliert sich das FRSO als experimentierfreudiges Ensemble. Allein in der Saison 2004/2005 stehen neben Werken von Haydn, Beethoven, Schumann und Schostakowitsch auch sechs Welturaufführungen und eine Reihe von Finnland-Premieren auf dem Programm.

Nicht zuletzt hat Sakari Oramo die Hauptwerke von Béla Bartok auf den Spielplan gesetzt. Zwei der auf dem vorliegenden Album vertretenen Werke wurden im Eröffnungskonzert der Saison 2004/2005 aufgeführt. Das 'Concerto for Two Pianos and Percussion' basiert auf einer Sonate, die Bartok 1937 im Auftrag der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik geschrieben hatte und gemeinsam mit seiner Frau in Basel uraufführte. Später fügte er den Klavierstimmen eine unterstützende Orchestrierung hinzu und komponierte einen Schlußteil, in dem das Orchester sich von der Begleitfunktion löst und selbstständig den Klang eines Folklore-Ensembles einführt. Bartok brachte das 'Concerto' 1942 in London zur Premiere und präsentierte das Werk wenige Monate später in der Carnegie Hall, wiederum mit seiner Frau und dem New York Philharmonic unter Fritz Reiner.

Kurz darauf erkrankte Bartok schwer – die Diagnose lautete: Leukämie. Freunde und Kollegen halfen dem Komponisten, die immensen Arztkosten zu tragen. Der Dirigent des Boston Symphony Orchestra, Serge Koussevitzky bot ihm einen Kompositionsauftrag an, den Bartok allerdings zunächst ausschlug, aus Angst, das Werk nicht vollenden zu können. Im Sommer 1943, als er sich in den Adirondacks erholte, nahm er die Idee wieder auf und schrieb das 'Concerto for Orchestra', das im Dezember 1944 in der Bostoner Symphony Hall mit großem Erfolg uraufgeführt wurde und als eines der populärsten Werke Bartoks bis heute zum Kern des Orchester-Repertoires gehört.  

Die 'Romanian Folk Dances' gehören zum Frühwerk Bartoks. Als Musikforscher bereiste der Ungar sein Heimatland, aber auch Rumänien, Slowakien, Nordafrika und die Türkei und sammelte dort mit Mikrophon und Wachswalzen Folkloremelodien, die er später transkribierte, analysierte und in Forschungsarbeiten veröffentlichte. Die 'Romanian Folk Dances' übertrug er  1915 auf das Klavier und komponierte erst zwei Jahre später eine Orchesterfassung, die inzwischen zu den ”charakteristischen“ Bartok-Kompositionen gezählt wird.