Oramo bekann seine musikalische Karriere mit Anfang Zwanzig als Geiger des renommierten Avanti! Chamber Orchestras, ohne eine Dirigentenkarriere auch nur in Erwägung zu ziehen. Auch während des Studiums im Fach Dirigieren bei Jorma Panula an der Helsinki-Akademie (1989-92) hatte die Geige für Oramo oberste Priorität; schließlich war er damals Konzertmeister des Finnischen Radiosinfonieorchesters.
Sein Start in den Dirigentenberuf kam 1993 urplötzlich: Oramo sollte wegen eines Krankheitsfalls kurzfristig ein Konzert seines Orchesters dirigieren. Sein Auftritt wurde zum Triumph. Die Orchesterkollegen, das Publikum und die Presse feierten den Debütanten gleichermaßen. Schnell erhielt Oramo eine Stelle als zweiter Dirigent seines Orchesters, das er ab der Saison 2003/4 auch als Chefdirigent betreuen wird - gleichzeitig mit seiner Stelle als Musical Director der City of Birmingham Symphony.
Seit seinem Debüt beim Finnischen RSO ist Oramo regelmäßig in seinem Heimatland und ganz Skandinavien aufgetreten und dirigierte u.a. das Royal Stockholm Philharmonic, Oslo Philharmonic, das Dänische RSO und die Philharmonie Helsinki. Als Gastdirigent besuchteer des weiteren das NDR-Orchester in Hamburg, das Los Angeles Philharmonic, das Minnesota Orchestra, das NHK Symphony Orchestra, das RSO des Hessischen Runfunks und das Orchestre de Paris; auf dem Programm stehen außerdem das Leipziger Gewandhausorchester und die Berliner Philharmoniker.
Oramos Debüt beim City of Birmingham Symphony Orchestra fand im Jahr 1995 statt und führte zu einer Einladung als Erster Dirigent und Künstlerischer Assistent ab der Saison 1998/99. Im August 1999, gleichzeitig mit seinem ersten Auftritt bei den BBC Proms, wurde der Vertrag verlängert und Oramo zum Music Director des CBSO ernannt.
Mit seinen Programmen deckt Oramo ein großes Spektrum vom französischen Barock bis zur zeitgenössischen Avantgarde ab. Sein besonderes Interesse gilt der britischen Musik des 20. Jahrhunderts. Oramos Leidenschaft für besonders komplexe Partituren ist inzwischen berühmt, ebenso wie sein Talent, solche vermeintlich "sperrigen" Werke einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Auch für musikalische Studien und das Violinspiel findet Oramo noch Zeit. Mit seiner Ehefrau Anu Komsi verbindet ihn auch enge künstlerische Zusammenarbeit: Furore machten die beiden mit ihrer Aufführung und Einspielung von György Kurtags "Kafka Fragmenten" für Violine und Sopran.
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