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Das erste Sylvester-Konzert der Dead seit 1972 war sowohl ein herausragendes musikalisches Ereignis als auch eine Abkehr vom bislang gängigen Konzept der ausgedehnten Space-Jams vergangener Jahre. Als eine der besten Radio-Rock-Shows in die Geschichte eingegangen und ein jahrzehntelanges Highlight auf der Want-List aller Deadheads weltweit, lieferten die Dead an jenem Abend ein feierliches Paar von Sets mit einem ungemein draufgängerischem Leadgitarristen Jerry Garcia und einem Bass-spielenden Phil Lesh, der sich ihm jederzeit sturzflugähnlich entgegen zu werfen schien. Imposant! Der bedeutendste Jam der Show findet in „Playing in the Band“, dem abschließenden Stück des ersten Sets statt, einer verwickelten Reise, die damit endet, dass Garcia die Band durch ein ausgesprochen „grauenhaftes“ musikalisches Terrain führt – gebettet auf einem Langsamen Walzer-Beat - ehe sich die Gruppe dann in einen funkigen 4/4 Jam flüchtet, der schließlich und überraschenderweise in das Thema von „Playing in the Band“ zurück findet. Genial!! Eine weitere All-Time-Version ist das temporeiche, feurige „Eyes of the World“. Auch der ganze zweite Set steckt voller Überraschungen, beginnend mit einer sehr ungewöhnlichen Reihenfolge an Eröffnungstiteln. „Sugar Magnolia“, „Eyes of the World“, „Wharf Rat“ bilden dabei einen einzigen Block, und ein spontaner “Here Comes Sunshine”-anmutender Jam verbindet “Good Lovin’” mit dem temporeduzierten „Samson & Delilah”. Für den konzerterfahrenen Deadhead erlebnisreiche Träume auf Wolken von Fragezeichen und Ausrufezeichen. „Slipknot!“ zählt zu den fesselndsten und spacigsten Fassungen ihrer gesamten Karriere. Weitere Highlights sind das Bass & Drums-eingeleitete „Not Fade Away“ und der Klassiker „Morning Dew“. Eine tolle Nachricht für alle Fans: Neben der ersten Zugabe „One More Saturday Night“, die die damalige die Radio-Übertragung beendete, ist mit „Uncle John’s Band“ und „We Bid You Goodnight“ auch die zweite Zugabe erstmals zu genießen. Dabei ist „We Bid You Goodnight“ mit ganz zartem Backing versehen und Jerry Garcia singt den vollständigen Text auf hinreißend sanfte und inbrünstige Weise. Das Sylvesterkonzert 1976 im Cow Palace zeigt die Grateful Dead mit Jerry Garcia, Donna Godchaux, Keith Godchaux, Mickey Hart, Bill Kreutzmann, Phil Lesh und Bob Weir auf einem spektakulär hohem künstlerischen Niveau. So gut, dass die Band wohl selbst überrascht war und daraufhin beschloß, die Sylvester-Konzerte zu einem erlebnisreichen Brauch werden zu lassen – der dann auch bis 1991 hielt.
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