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Bert McCracken – vocals Quinn Allman – guitar Jeph Howard – bass Dan Whitesides – drums Vor sieben Jahren zogen THE USED aus, um der Welt den Screamo zu lehren. Spektakulär waren die Bühnen-Ausbrüche Bert McCrackens, der beim Shouting auf der Bühne im wahrsten Sinne das Innerste nach außen kehrte und sich seines Mageninhalts entleerte. Mittlerweile sind die Jungs aus dem Mormonenstatt Utah vielleicht etwas reifer geworden, keinesfalls aber stiller oder schüchterner. Mit "Artwork" kommt nun ihr viertes Album, das THE USED noch immer höchst ambitioniert und lebhaft zeigt. Nach ihrem Album "Lies For The Liars", das sich auf Platz 5 der US-Billboard 200 spielte, waren THE USED zunächst für ein paar Monate auf ihre "Taste Of Chaos"-Tour gegangen, bevor sie Ende 2007 begannen, ein wenig ziellos herumzujammen, mit der einzigen Vorgabe, die Songs so schmutzig wie möglich zu halten. Und im ersten Halbjahr 2008 machten sie sich in LA an die Feinarbeit, sortierten die Ideen, isolierten besonders gelungene Melodien und Riffs und schufen nach und nach eine Sammlung von Songs, die schließlich das Grundgerüst von "Artwork" ausmachten. "Gross Pop" nannten sie das, was dabei herauskam; nämlich Songs voller eingängiger Hooks und packender Melodien. Im Juni 2008 begann schließlich die Arbeit mit Matt Squire in den LA-Studios The Lair und NRG, die sich, unterbrochen durch einige kleinere Tourneen, bis zum Februar 2009 hinzog. "Ich würde nicht sagen, dass es eine schwere Arbeit war, aber sie war definitiv zeitaufwändig," erklärt Bert im Hinblick auf die zusammen genommen dreimonatige Studioarbeit. "Die Band erlaubte mir, immer dann kreativ zu sein, wenn ich in der Lage war, so dass keiner von uns das Gefühl hatte, unter Druck zu stehen. Wir hatten keine zeitliche Beschränkung. Wenn ich im Studio war und fünf Stunden an den Texten saß, ohne dass etwas zustande kam, haben wir halt am nächsten Tag weitergemacht." Auch Matt Squire unterstützte die eher entspannte Atmosphäre bei den Aufnahmen, was von den Bandmitgliedern sehr begrüßt wurde. Schließlich hatten sie einen jahrelangen, verhältnismäßig harten Trip hinter sich, die in den Medien reichlich ausgeschlachtete Liaison Berts mit Ozzy-Tochter Kelly Osborne hatte an den Nerven gezerrt, und auch sonst stellte sich das Bedürfnis nach Veränderung ein. Ein entscheidender Schritt dazu war der Produzentenwechsel von John Feldman (Goldfinger), der die bisherigen THE USED-Alben betreut hatte, zu Matt, der mit seiner Arbeit für Bands wie Panic At The Disco, Taking Back Sunday und 3OH!3 bereits im großen Stil positiv aufgefallen war. Man wollte einfach mal sehen, was geschehen würde, wenn man mit einer anderen Person ins Studio ging, ein Prozess, den Gitarrist Quinn Allman damit vergleicht "sich von seiner Freundin zu trennen. Nicht, weil du sie nicht mehr liebst, sondern weil du das Bedürfnis hast, mal etwas ganz anderes auszuprobieren." "Es war nicht so, dass wir auf keinen Fall mit Feldman zusammenarbeiten wollten, oder dass wir unbedingt Squire haben wollten", ergänzt Bert. "Es war eher so, dass die ganze Band einen Wechsel brauchte. Wir wollten etwas anderes machen und wir wollten auch anders klingen. Wir haben ein paar Wochen gebraucht, bis jeder von uns einen neuen Vibe fand, aber als wir es dann hatten, war alles ganz einfach. Squire war bereit, alles auszuprobieren, er war sehr offen und hatte eine positive Einstellung zu dem was wir taten. Ich hatte das Gefühl, dass er genau wusste, worum es uns ging, und er hat unsere Ideen auch sehr unterstützt." Das Ergebnis besteht aus 12 Songs, die ständig auf der Grenzlinie zwischen aggressivem Widerstand und betörender Melodiosität schweben. Die erste US-Single "Blood On My Hands", von der Bert sagt, sie "bringt alles, was The Used ausmacht, auf einen Nenner", überrennt einen erst mit chaotisch-brutalem Thrashing und mündet dann in einen fast sonnigen, poppigen Mitsing-Refrain. "Empty With You" beschreibt nach Bert "das Gefühl der Leere und Einsamkeit. Aber solange du jemanden hast, der sich mit dir einsam fühlt, ist alles ok." Dementsprechend leidenschaftlich und fast greifbar aufrichtig wirkt der Song im Kontext. Und "Cut Yourself" findet die Balance zwischen drückender Wut und stilleren Piano-Parts, die ausdrücken, was es bedeutet, jemanden zu haben, an den man sich anlehnen kann. "Das Album ist ernsthafter als die Vorgänger", betont Quinn. "Es hat einen engen Bezug zu unserem Debüt. Die Texte lullen dich vielleicht ein und geben dir ein Gefühl der Sicherheit, aber eigentlich dreht sich alles um das Gefühl der Einsamkeit und das Wissen, dass es irgendwo ein Licht gibt. Wenn du in einem solchen Maße frustriert bist, heißt das auch, dass du genau so engagiert bist. Die Texte tragen dich durch das Album und du bist genau dort, wo Bert sich gerade befindet. Die Musik versucht nicht, sich aufzuspielen, sie ist das, was sie ist. Ich glaube, unsere Fans werden das alles sehr gut verstehen können." "Es geht auf diesem Album darum, zusammen zu kommen," ergänzt Bert. "Ob es durch Positives oder durch Negatives geschieht, es geht darum, durch das, was geschieht näher zusammen zu kommen." "Artwork" bildet den vorläufigen Gipfelpunkt von acht Jahren Tourneen und Festivalgigs wie auf der Warp Tour, dem Ozzfest, Projekt Revolution, Give It A Name, Reading, Leeds, SxSW und vielen anderen. Drei Studioalben lassen die Entwicklung der Band hervorragend nachvollziehen: Das Debüt "The Used" (2002), "In Love And Death" (2004) und "Lies For The Liars" (2007). Dazu kommen zwei DVDs, "Maybe Memories" (2003) und "Berth" (2007) sowie die bisher nur in den USA veröffentlichte B-Seiten-Sammlung "Shallow Believer". 2,5 Millionen THE USED-Alben gingen allein in den USA über die Ladentische. Hierzulande punkteten sie mit energetischen Shows und erspielten sich eine dankbare Fancrowd, die ihrer Band fest die Treue hält. "Artwork" hat die Band im Laufe seiner Entstehung zu einer festen Einheit zusammen geschweißt, die alle großen Emotionen, die das Leben bilden, gemeinsam durchsteht. Und wie das Leben ist auch "Artwork" gleichzeitig bissig und mutig, melodisch und catchy. Es ist ein neues Kapitel für eine Band, die seit ihren Anfangstagen erfolgreich versucht, den Begriff Popmusik um Tempo und Härte zu erweitern. Es soll daran erinnern, "dass wir alle Künstler sind und unser eigenes Werk schaffen, indem wir es einfach leben", schließt Bert. www.theused.de © WMGG/tbe 05-09
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