Aidan Martin

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Wenn man fällt, steht man wieder auf. Schön und gut. Was aber, wenn man wieder aufsteht, nur um wieder zu fallen? Und wieder. So fühlte sich das Leben von Aidan Martin an. Viele Jahre lang wurde der britische Singer-Songwriter vom Leben hart auf die Probe gestellt, einiges davon selbstverschuldet, anderes verursacht durch Umstände, in denen er sich wiederfand. Von klein...

Wenn man fällt, steht man wieder auf. Schön und gut. Was aber, wenn man wieder aufsteht, nur um wieder zu fallen? Und wieder. So fühlte sich das Leben von Aidan Martin an. Viele Jahre lang wurde der britische Singer-Songwriter vom Leben hart auf die Probe gestellt, einiges davon selbstverschuldet, anderes verursacht durch Umstände, in denen er sich wiederfand. Von klein auf mit einem kreativen Genie gesegnet, suchte Aidan Zuflucht in der Musik, doch seine Probleme holten ihn immer wieder ein. Als er in den Unterströmungen des Lebens zu ertrinken drohte, schaffte er es schließlich, sich herauszuziehen. Und was ihm jahrelang zum Verhängnis wurde, hat sich inzwischen zu seiner größten Stärke entwickelt: Mit 30 Jahren schreibt Aidan Songs, die so viel Wahrheit in sich tragen, radikal ehrlich und emotional herzzerreißend, schmerzhaft schön und echt gefühlvoll - so etwas kann man sich einfach nicht ausdenken, wenn man es nicht wirklich gelebt hat.

Aufgewachsen in einer kleinen Stadt nahe Newcastle in Nordengland, fühlte sich Aidan oft wie ein Außenseiter. "Ich hatte das Gefühl, nicht dazuzugehören. Heute sehe ich es als Stärke, doch damals hätte ich alles dafür gegeben, nicht anders als die anderen sein." Trost fand er in der Musik. Aidan brachte sich selbst das Klavierspiel bei, belegte einen Gesangskurs an der Sage Gateshead und begann, in einigen Fernsehshows in Großbritannien aufzutreten. Eine Zeit lang lief es für Aidan gut, bis er sich mit 17 Jahren entschloss, nach London zu ziehen, wo "die Dinge nicht ganz nach Plan liefen. Ich hatte große Träume, aber keine Richtung", sagt er rückblickend. Aus der Kleinstadt kommend, stürzte er sich kopfüber in die pulsierende Subkultur der Hauptstadt. Was dann kam, traf ihn komplett unvorbereitet. Plötzlich auf sich allein gestellt, gab er sich einem Leben voller Drogen und Exzess hin. Und der fehlende Glaube an sich selbst ließ ihn das aufgeben, was er am meisten liebte - die Musik.

"Ich hatte immer das Gefühl, dass Musik und das Künstlersein für mich so unerreichbar waren. Ich war doch nur Aidan aus dem Norden. Daher fühlte es sich in dieser Situation wesentlich sicherer an, den Lärm in meinem Kopf zu übertönen, und genau das tat ich dann auch. Mein Kopf war unter Wasser, bestimmt fünf Jahre lang", erzählt er. Er mag in dieser Zeit die Musik im Stich gelassen haben, doch die Musik ließ ihn nicht im Stich. Im Gegenteil, sie rettete ihn. Das und eine zufällige Begegnung mit einem Nachbar: "Gegen Ende einer schlechten Phase begann ich, Songs zu schreiben. Und eines Tages klopfte ein Nachbar an meine Tür, der mich singen gehört hatte." Besagte Person entpuppte sich als Verleger mit Zugang zu einem professionellen Studio und bot Aidan an, dieses zu nutzen. "Das war der Moment, in dem sich alles für mich änderte."

Dieses Mal übertönte Aidan den Lärm nicht. Seine Vergangenheit zu verdrängen, funktionierte offensichtlich nicht, also beschloss er, sich ihr zu stellen. "Ich beschloss, Songs über meine Erlebnisse zu schreiben. Und siehe da: plötzlich tauchten Geschichten auf und es entstanden wunderschöne Songs. Ich verlor mich stundenlang in ihnen und schrieb einen Song nach dem anderen." Seitdem hat Aidan nicht mehr aufgehört und allein in den letzten zwei bis drei Jahren über 500 Songs zu Papier gebracht. Angetrieben von dem Wunsch, schonungslos ehrliche Songs zu schreiben, entblößte er seine Seele immer wieder aufs Neue. "Ich hatte das Gefühl, endlich meinen Schmerz in Worte fassen zu können. Das Schreiben dieser Songs hat mich auf den Weg dahin gebracht, wo ich jetzt stehe. Mein Leben und das, was ich durchgemacht habe und immer noch durchmache, das ist alles, worüber ich schreiben kann", sagt er.

Die bisherigen Reaktionen gibt ihm recht. Mit nicht viel mehr als seiner Reihe unabhängig veröffentlichter Songs erreichte er über 23 Millionen Spotify-Streams, Top-Positionen wie Platz 4 in den UK Singer-Songwriter-Charts, er trat in der britischen Reality-TV-Show "Love Island" auf, rangierte in den Top 50 Viral-Charts von Spotify in Großbritannien und Irland und versammelt eine schnell wachsende Fangemeinde hinter sich, und das unter Musikfans und Musikerkollegen gleichermaßen. Joss Stone und Will Young sind nur zwei Namen, für die er bereits Songs geschrieben hat. "Es war ein unglaubliches Gefühl, für Leute zu schreiben, die ich in meiner Jugend selbst gehört habe. Ich bin tatsächlich mit 14 Jahren als Will Young bei ‚Stars in Their Eyes Kids' aufgetreten und dann schreibe ich als Erwachsener einen Song für ihn. Ziemlich surreal", staunt er.

Nunmehr bei Warner Music Germany unter Vertrag und derzeit mit Neil Ormandy (James Arthur, Galantis) im Studio, steht Martin kurz vor dem Durchbruch. "Die Musik befindet sich im Umbruch und es gibt eine Menge großartiger Künstler, so viele tolle Songs, die starke Geschichten erzählen", so Aiden. "Nach meinem Empfinden ist jedoch eine Sache in den letzten Jahren verloren gegangen: Soul, die Musik, mit der ich aufgewachsen bin und der ich mich so sehr verbunden fühle." Aidan zählt Northern Soul, Motown und Rock zu seinen prägenden Einflüssen. Als Spross eines barbadischen Urgroßvaters entdeckte Aidan dann den Gospel, der einen nachhaltigen Effekt auf ihn hatte: "Es füllt einfach meinen ganzen Körper aus, es ist schwer in Worte zu fassen", sagt er. Das Gospel-Feeling mit dunklem Pop-Soul und starken Texten kontrastierend, bringt er eine gänzlich neue Rezeptur auf die musikalische Speisekarte. "Ich habe mir dafür die Genre-Bezeichnung ‚britischer Singer-Soulwriter' ausgedacht", erklärt er, und fügt hinzu: "Es gibt unglaubliche Soulsänger da draußen, die mich allesamt inspirieren. Mir geht es einfach darum, meine neue Kreation in die Soulszene einzubringen."

Aidan feiert sein "Majorlabel-Debüt mit "Good Things Take Time", ein Song, der den Menschen und Künstler Aidan Martin auf perfekte Weise einführt. "Do you know that feeling drowning under water", blickt er auf die düstere Phase seines Lebens zurück, in der "the hurt in my life / Always putting me back on my knees". Über eine rauschende Piano-Produktion erhebt er sich aus dem Staub, getragen von jener neu gefundenen Klarheit und Zuversicht, die er durch sein Songwriting gewonnen hat. "So even when I've been out all night / Even when I'm fucking up my life / Even when I'm losing my mind / I know that good things take time", versichert er sich selbst. "Würde ich eine schwierige Situation durchleben, wäre ‚Good Things Take Time' die Art von Song, den ich mir selbst vorspielen würde. Wieder und wieder, fast so, als würde ich auf meinen eigenen Rat hören. Ich habe mir die Worte sogar auf den Arm tätowieren lassen", sagt er über die therapeutische Wirkung, die seine Songs auf ihn haben.  

Er hofft, diese Wirkung auch auf andere Menschen zu haben - ein Wunsch, der über seine Leidenschaft für Musik hinausgeht. Aidan nutzt seine wachsende Plattform für Belange, die ihm am Herzen liegen, darunter LGBTQ+-Rechte und die Bekämpfung von Rassismus und der Stigmatisierung HIV- und AIDS-Betroffener.

Nun, da es ihm endlich gut geht, möchte Aidan seine hart erarbeitete Fähigkeit zur Selbstfürsorge und Selbstliebe nutzen, um auch für andere Menschen etwas zu bewirken. "Ich wollte schon immer diese Art von Künstler sein", sagt er abschließend. "Meine Songs sind eine Sammlung von Geschichten von jemandem, der 30 Jahre alt ist, einige harte Zeiten erlebt hat, aber gestärkt aus all dem hervorgegangen ist. Nun hoffe ich, anderen mit meiner Wahrheit eine Hilfe sein zu können."

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