Ben Platt

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Mit seinen Titelrollen im Tony-Award-ausgezeichneten Musical Dear Evan Hansen oder den Pitch Perfect-Filmen nahm Ben Platt weltweit zahllose Fans für sich ein. Als Sänger, Schauspieler und Performer hauchte er unterschiedlichen Charakteren auf nuancierte und faszinierende Weise Leben ein und machte seine Stimme international bekannt. Anfang 2019 entstaubte er sein Piano, griff zum Stift und teilte als Solo-Künstler seine eigene...

Mit seinen Titelrollen im Tony-Award-ausgezeichneten Musical Dear Evan Hansen oder den Pitch Perfect-Filmen nahm Ben Platt weltweit zahllose Fans für sich ein. Als Sänger, Schauspieler und Performer hauchte er unterschiedlichen Charakteren auf nuancierte und faszinierende Weise Leben ein und machte seine Stimme international bekannt. Anfang 2019 entstaubte er sein Piano, griff zum Stift und teilte als Solo-Künstler seine eigene Wahrheit direkt vom Herzen. Erstmals lenkte er die Aufmerksamkeit, die ihn in Millionen von Herzen trug – auf sich selbst.

„Ich habe meinen Weg damit gemacht, Rollen zu verinnerlichen und herauszufinden, wie ich sie zum Singen bringe“, bestätigt er. „Als ich mich entschloss Musik zu schreiben, musste ich lernen, nach innen zu blicken. Ich entschied, mich hinsichtlich aller Beziehungen zu öffnen, die ich gehabt habe – etwas, das ich für meine Arbeit zuvor nie offensichtlich tun musste. Ich habe stets andere Charaktere im Kontext eines größeren Stückes präsentiert. Meine eigenen Liebesgeschichten waren nicht relevant. Nun, da ich auf authentische Weise zeigen möchte wer ich bin, stehen diese Erlebnisse im Vordergrund. Was mir genug Tiefe verleiht, um darüber zu singen, sind die Menschen, die ich geliebt habe.“

Eine unglaubliche Reise bereitete den Boden, auf dem sich Ben heute so mutig öffnen kann. Geboren und aufgewachsen in Los Angeles, war er seit jüngstem Kindesalter von Musik umgeben. Er verbrachte zahllose Stunden mit dem Erlernen und Spielen des häuslichen Klaviers. Seine früheste Begegnung mit dem Schreiben und Arrangieren von Songs kam über ein zwangloses Familienunterfangen zustande, bei dem Medleys von Broadway-Klassikern für Bar Mitzwas, Hochzeiten und andere Versammlungen umgeschrieben wurden. Nachdem er sein Debüt in einer Hollywood-Bowl-Produktion von The Music Man neben Co-Star Kristin Chenoweth gegeben hatte, tourte er als Teil von Caroline, or Change durch die Lande. 2012 fuhr er glänzende Kritiken als Elder Arnold Cunningham in der Produktion The Book of Mormon in Chicago ein. In der Zwischenzeit gelang ihm als Benji Applebaum in Pitch Perfect und Pitch Perfect 2 der Sprung auf die große Leinwand.

Der Durchbruch zum Superstar sollte dem vielbeschäftigen Showman jedoch als Evan Hansen in Dear Evan Hansen gelingen, wo er in Washington, D.C. und auf dem Broadway die Hauptrolle spielte. Die New York Times rühmte ihn als „breakout star” und in der Folge erhielt er den Tony Award 2017 als „Best Actor in a Musical”. Zu den weiteren Ehrungen gehören der Gewinn eines Grammy 2018 in der Kategorie „Best Musical Theater Album” für das Original Broadway Cast Recording von Dear Evan Hansen, ein Daytime EMMY Award als „Outstanding Musical Performance in a Daytime Program” für die Cast-Performance von „You Will Be Found” in der The Today Show und weitere. Unvergessen ist auch seine Zusammenarbeit mit Hamilton-Mastermind Lin-Manuel Miranda: gemeinsam erarbeiteten sie ein Mashup aus „The Story of Tonight” und „You Will Be Found”, dessen Erlöse der „March for Our Lives” Anti-Waffengewalt-Bewegung zuflossen.

Inmitten all dieses Trubels kehrte Ben still und heimlich zurück ans Piano. Nachdem er 2017 in eine neue Wohnung umgezogen war, hatte er von einem berühmten New Yorker Händler „ein altes, nicht näher klassifizierbares deutsches Piano“ gekauft, „das vorher einen anderen Besitzer hatte“. Nun, da er erstmals seit Kindertagen wieder täglich ein Klavier zu seiner Verfügung hatte, machte er sich neuerlich mit dem Instrument vertraut.

„Ich hatte in New York nie genug Platz für ein Klavier gehabt, bis ich in diese Wohnung gezogen bin“, lächelt er. „Sobald ich wieder eines in meinem Zuhause unterbringen konnte, tat ich es. Ich experimentierte herum und versuchte, einen eigenen Sound zu finden. Ich habe eine Menge Prosa geschrieben, der Teil kam also von selbst. In klanglicher und musikalischer Hinsicht musste ich jedoch erst in mein Gefühl hineinwachsen. Es nahm Formen an, als ich einen Weg fand, die Prosa mit einem Sound zu verbinden, der in mir etwas auslöste.“

Bei Atlantic Records von Vorstand und C.E.O. Craig Kallman und President of A&R Pete Ganbarg unter Vertrag genommen, erkundete Platt seine prägenden Einflüsse, von zeitlosen Singer-Songwritern wie Joni Mitchell und Carole King bis zu legendären Sängern wie Donny Hathaway, Ray Charles und Stevie Wonder. Das Ergebnis ist Musik, die mit gefühlvoller Eindringlichkeit zutiefst ehrliche Texte transportiert, die wiederum Teil einer zusammenhängenden Erzählung sind – der seines 2019 veröffentlichten Debütalbums Sing To Me Instead. Das 12 Songs umfassende Werk, mehrheitlich produziert von Jenn Decilveo [Andra Day, Beth Ditto, Anne-Marie], dokumentiert die Höhen und Tiefen einer bewegten Beziehung. Ben schrieb einige der Songs komplett in Eigenregie, das übrige Material in Zusammenarbeit mit Namen wie Ben Abraham [Kesha, Sara Bareilles], Eg White [Adele, Dua Lipa], Nate Cyphert [MAX, Florida Georgia Line], Michael Pollack [LAUV] und weiteren bei Sessions in New York, Los Angeles und London.

Evan Hansen war emotional sehr bereichernd und hat mich vielen unterschiedlichen Lebensmomenten ausgesetzt“, fährt er fort. „Das Album zu machen, war die perfekte Gelegenheit für einen ersten Versuch, all das in Musik zu übersetzen. Was am Ende herauskam, handelte zu großen Teilen von zwei Beziehungen, die ich in der Vergangenheit hatte und die ich gewissermaßen zu einem Amalgam verarbeitete. Ich schrieb über meine Erfahrungen mit beiden Männern als einen durchgehenden Handlungsstrang. Daneben gibt es einige Songs über meine Familie, meine Eltern, Ängste und alles andere, was sich für mich aufrichtig anfühlte.“

Passenderweise stellt er Sing To Me Instead mit den ersten beiden Songs des Albums vor, „Bad Habit” und „Ease My Mind”. Auf „Bad Habit“ untermalen spärliche Pianoklänge Geständnisse wie „Hate to say that I love you, hate to say that I need you, hate to say that I want you—but I do”. Sein dynamischer Vortrag ergießt sich in einen klangvollen Refrain, verstärkt durch ein beeindruckendes Crescendo.

„Erzählerisch ist es der Anfang der Geschichte“, erklärt er. „Wir treffen diesen Typen, der das Ende einer großen Geschichte erreicht hat. Der Rest des Albums erörtert die Beziehung, aus der er gerade kommt. In dem Song will er nicht nach vorn blicken, denn bestimmten Beziehungen kann man einfach nicht entfliehen. Du willst einfach dorthin zurück. Es ist eine faszinierende Art, dir die Aufmerksamkeit der Leute zu sichern, indem du fragst: ‚Wie bist du an diesen Punkt gekommen?’“.

Über einen Chor und ein orchestrales Summen zieht sich durch „Ease My Mind“ eine Spur von Motown-Spirit, unterstrichen durch Bläser und Piano. „Angst ist eines der größten Themen, mit denen ich zu tun habe“, gesteht Ben. „Der Grund, wieso ich mich so sehr in die Person verliebt habe, von der ein Großteil des Albums handelt, ist dass er eine besondere Fähigkeit hatte, diese Angst zum Verstummen zu bringen. Inhaltlich ist es ein sehr wichtiges Thema.“

An anderer Stelle löst sein stimmliches Feuerwerk zu subtilem Fingerschnipsen eine „Temporary Love“ aus, „Older“ malt derweil ein cineastisches Bild mit den Anfangszeilen „I was walking down 57th street towards Park with the same old song in my same old heart, making plans I’m gonna do when I get older.

Diese Zeilen deuten ein Grundmotiv an, das auch im Albumtitel selbst steckt, Sing To Me Instead.

„Ich bin mit dieser Fähigkeit aufgewachsen, durch die Musik besser als auf jede andere Weise kommunizieren zu können“, sagt er. „Anstatt mir Dinge zu erklären oder sie mir anderweitig durch angewandte Sprache zu vermitteln, verstehe ich Emotionen in einem Song besser. Auf einer universellen Ebene hoffe ich, dass sich dieses Album für die Menschen wie eine Atempause anfühlt. Statt deinen Tag sorgenverloren zu verbringen – wozu ich neige –, lass mich eine Stunde für dich singen, deine Sorgen vertreiben und dich an einen anderen Ort führen.“

Bei all dem kommt das Publikum Ben auf Sing To Me Instead so nah wie nie zuvor. „Ich möchte wirklich gern, dass ihr mehr über mich erfahrt und einen Blick in mein Herz werfen könnt – nicht im Gewand einer Rolle oder irgendwelcher anderen Kontexte, einfach nur ich“, schließt er. „Und vielleicht finden die Songs einen Weg in euren Kopf, ihr spielt sie unterwegs und singt sie in einem fort“, lacht er.

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