Bombino

Bild von Bombino

Als Mitglied der Band Tidawt, mit der er 2007 durch Kalifornien tourte, und durch einen Beitrag zum Album Stones World von Tim Ried, bei dem er auch mit einigen Mitgliedern der Rolling Stones zusammengespielt hatte, drang sein Name zum ersten Mal zu einem großen Publikum durch: Omara „Bombino“ Moctar. Im vergangenen Jahr wurde der in Niger geborene Sänger...

Als Mitglied der Band Tidawt, mit der er 2007 durch Kalifornien tourte, und durch einen Beitrag zum Album Stones World von Tim Ried, bei dem er auch mit einigen Mitgliedern der Rolling Stones zusammengespielt hatte, drang sein Name zum ersten Mal zu einem großen Publikum durch: Omara „Bombino“ Moctar. Im vergangenen Jahr wurde der in Niger geborene Sänger und Gitarrist mit seiner Band von Black Keys‘-Mitglied Dan Auerbach in dessen Studio Easy Eyes Sound eingeladen, um in Nashville das Album Nomad aufzunehmen. Auerbach, der den diesjährigen Grammy in der Kategorie „Produzent des Jahres“ erhielt, wurde auf Anhieb ein großer Fan von BOMBINO, nachdem ein Freund ihm den Musiker empfohlen hatte, weil er ahnte, dass Auerbach dessen einzigartiger Desert-Blues berühren würde. Das Ergebnis, Nomad, beweist, dass zwei Musiker vollkommen unterschiedlicher Herkunft eine gemeinsame Heimat haben können: Musik.

Vor 2007 kannte kaum jemand außerhalb der Sahara den Songwriter, der vor allem in örtlichen Bands spielte und seine Musik regional auf Cassette anbot. Seither hat sich viel verändert: BOMBINO spielte in vielen ausverkauften Hallen und Clubs in Europa und den USA und wurde von Magazinen wie Pitchfork und dem Radiosender NPR in der Sendung Fresh Air anerkennend gelobt. Milo Miles von NPR nannte BOMBINO einen „jungen Performer mit genug Charisma und Einfallsreichtum, dass er zum ersten Tuareg-Star werden könnte“.

Omara „Bombino“ Moctar wurde 1980 in der nördlich gelegenen Hauptstadt Agadez der gleichnamigen Region in Niger geboren und ist ein Mitglied des Ifoghas-Stammes der Tuareg, eines nomadischen Volkes, das von nordafrikanischen Berbern abstammt. Gleich mehrmals musste seine Familie vor dem Bürgerkrieg zwischen den Tuareg und der nigrischen Regierung fliehen, und während eines solchen Exils bekam er von einem Onkel eine Gitarre geschenkt, auf der sich BOMBINO selbst das Spielen beibrachte. Zeitweilig lernte er bei dem regional berühmten Gitarristen Haja Bebe, der ihn auch einlud, in seiner Band zu spielen, die ihm seinen Spitznamen BOMBINO gab, eine Variante des italienischen „Bambino“, da er der Jüngste in der Band war.

Seine Jugend verbrachte BOMBINO in den neunziger Jahren in Algerien und Libyen, wo ihm seine Freunde u.a. Videos von Jimi Hendrix und Mark Knopfler zeigten, die sie immer wieder anschauten, um sich Licks und Kniffe für ihr eigenes Spiel anzueignen. Er arbeitete als Hirte in der Wüste bei Tripolis und übte auf der Gitarre, während er stundenlang allein auf die Tiere aufpasste. Später kehrte er nach Niger zurück, wo er in einer ganzen Reihe von lokalen Bands spielte. Eine spanische Filmcrew unterstützte ihn schließlich bei den Aufnahmen zu seinem ersten Album Guitars from Agadez, Vol. 2 (unter dem Namen Group Bombino), das 2009 zu einem lokalen Radioerfolg wurde.

Im selben Jahr traf BOMBINO mit Filmemacher Ron Wyman zusammen, der BOMBINOs Musik auf einer Reise in der Gegend von Agadez auf einer Cassette gehört hatte. Wyman wurde sofort von BOMBINOs Musik verzaubert und suchte ein ganzes Jahr nach ihm, bevor er ihn endlich in Ougadougou, Burkina Faso, fand. Dorthin hatte sich BOMBINO kurzzeitig ins Exil zurückgezogen hatte, nachdem er beim neu entflammten Bürgerkrieg zunächst auf der Seite der Rebellen gekämpft hatte und zwei seiner Freunde getötet worden waren. Wyman machte BOMBINO zum Protagonisten seines Dokumentarfilms Agadez, the Music and the Rebellion und produzierte 2011 zudem sein Solo-Album Agadez, das schnell auch international bekannt wurde.

NPR Music lobte an Agadez die „großartigen Gitarrenlicks”, die Pitchfork als “glühendheiß” beschrieb. Die BBC rezensierte: „[Bombinos Musik] enthält neben ihrer vermeintlichen Einfachheit eine unterschwellige Kraft, die viele der Melodien in überaus packende Gitarren-Jams münden lassen. Die Chorgesänge thematisieren den Kampf um Einheit und Selbstbestimmung ebenso wie sehnsüchtige Liebe und die Probleme des einsamen Hirtenlebens.“

Aktuelle Videos

News von Bombino