Brad Mehldau

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Brad Mehldaus „Jacob's Ladder“ enthält neue Kompositionen, die inhaltlich vom Reflektieren der Heiligen Schriften und von der Suche nach Gott geprägt sind. Musikalisch wurde das neue Album vom Progrock inspiriert, den Mehldau als Jugendlicher verehrte, und der ihm als Einfallstor zu jener Form von Fusion diente, die ihn schließlich den Jazz entdecken ließ. Zu den Gast-Musikern zählen unter anderen sowohl...

Brad Mehldaus „Jacob's Ladder“ enthält neue Kompositionen, die inhaltlich vom Reflektieren der Heiligen Schriften und von der Suche nach Gott geprägt sind. Musikalisch wurde das neue Album vom Progrock inspiriert, den Mehldau als Jugendlicher verehrte, und der ihm als Einfallstor zu jener Form von Fusion diente, die ihn schließlich den Jazz entdecken ließ. Zu den Gast-Musikern zählen unter anderen sowohl Mehldaus Label-Kollegen Chris Thile und Cécile McLorin Salvant als auch Mark Guiliana, Becca Stevens und Joel Frahm.

„Wir werden nahe bei Gott geboren, doch je weiter wir reifen, desto beständiger rücken wir aufgrund unseres jeweiligen Egos weiter und weiter von ihm ab“, erklärt Mehldau. „‚Jacob's Ladder‘ beginnt mit einer Kinderstimme an jener Stelle in Gottes Nähe. Anschließend findet eine Verschiebung in die Welt von Aktion und Wirkung statt. Gott ist immer in der Nähe, aber während unserer Entdeckungen und Eroberungen, sowie der Freuden und Leiden, die sie nach sich ziehen, verlieren wir ihn vielleicht aus den Augen. Er setzt jedoch, wie in Jacobs Traum, eine Leiter vor uns, die wir hinaufsteigen, in seine Richtung, um Versöhnung mit uns selbst zu finden, und um alle weltlichen Wunden zunähen zu können, damit sie schlussendlich heilen dürfen. Die Platte endet mit meiner Vorstellung vom Himmel, erneut durch die Augen eines Kindes betrachtet - seines Kindes, in ewiger Gnade, in Ekstase.“

„Der musikalische Leitfaden ist Prog“, führt Mehldau weiter aus. „Prog - Progressive Rock - war die Musik meiner Kindheit, bevor ich den Jazz entdeckte. Prog passte gut zu den Fantasy- und Science-Fiction-Büchern von C.S. Lewis, Madeleine L'Engle und anderen Autoren, die ich damals, im Alter von zehn bis zwölf Jahren, las. Prog öffnete mir die Tür zur Fusion von Miles Davis, von Weather Report, dem Mahavishnu Orchestra und anderen Gruppen, die mir wiederum den Weg zu viel mehr Jazz wiesen. Die Parallele zwischen Jazz und Prog bestand für mich im erweiterten Umfang des Ausdrucks, und, verglichen mit der Rockmusik, die ich bis dahin kannte, in großambitionierten Ausmaßen.“

„Der Progrock von Rush, Gentle Giant und Emerson, Lake and Palmer deutet auf meinem neuen Album vor allem auf die kompositorische, konzeptionelle und emotionale Bandbreite des Genres hin. Der Einfluss dieser und anderer Prog-Bands auf jüngere Gruppen hält an, die wiederum ihrerseits die Schauplätze von Hard-Rock und schreiendem Math-Metal mit Prog-Impulsen bereichern. Ich denke an Bands wie Periphery, deren Musik sich auf meinem neuen Album wiederfindet - nicht zuletzt was die brüllenden Stimmen im Stück ‚Herr und Knecht‘ angeht. Dennoch habe ich versucht, die direkte Tribut-Herangehensweise in sämtlichen der neuen Songs zu vermeiden. Stattdessen entschied ich mich in einigen Stücken für kleine Zitate oder fürs Überarbeiten von Motiven.“

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