Gabriels

Bild von Gabriels

Gabriels freuen sich, ihre Debüt-EP "Love & Hate In A Different Time" zu veröffentlichen. Die EP des Trios aus L.A. erscheint über Atlas Artists x Parlophone und kann jetzt überall gestreamt werden.

Es gab Zeiten, da waren charaktervolle, zeitlose Stimmen nicht so rar gesät, wie sie es heute zu sein scheinen. Aretha Franklin, Ray Charles, Sam Cooke, Marvin Gaye, Otis...

Gabriels freuen sich, ihre Debüt-EP "Love & Hate In A Different Time" zu veröffentlichen. Die EP des Trios aus L.A. erscheint über Atlas Artists x Parlophone und kann jetzt überall gestreamt werden.

Es gab Zeiten, da waren charaktervolle, zeitlose Stimmen nicht so rar gesät, wie sie es heute zu sein scheinen. Aretha Franklin, Ray Charles, Sam Cooke, Marvin Gaye, Otis Redding, Al Green, Tina Turner, Ella Fitzgerald - allesamt große Sängerinnen und Sänger, erkennbar brillant und epochemachend... Doch wer prägt unsere aktuelle Ära? Amy Winehouse, Adele, Alicia Keys, Beyoncé vielleicht?  Michael Kiwanukas zärtlicher und geschmeidiger Vortrag ist vielen dieser Ikonen ebenbürtig und Lady Gagas dramatische Stimme ist eine Urgewalt, die hervorsticht, doch wo ist die nächste pure Stimme, die den Verkehr zum Erliegen bringt wie Aretha? Und wer hat einen Kehlkopf so unverkennbar wie der von Otis Redding? Diskussionen darüber füllen seit Jahrzehnten Zeitschriftenartikel und Kneipengespräche, ohne je entscheidende Antworten zu geben. Vielleicht ist es aber auch gar nicht so wichtig... Für jeden Bill Withers gibt es einen Thom Yorke und für jede Nina Simone eine Kate Bush. Vielleicht freuen sich herausragende Stimmen tatsächlich auch heute bester Gesundheit, es braucht nur den Vorteil des Blickes zurück, um sie hören zu können.

Was, zugegeben, eine ziemlich ausschweifende Einleitung war, um Gabriels' herausragende Stimme vorzustellen: Jacob Lusk. Jacob ist in Kalifornien ein hochangesehener Musiker und leitet Gemeinden in ganz Los Angeles mit progressivem Southern Gospel.  Wenn er singt, hören die Leute zu und zeigen starke Reaktionen. Sein Vortrag ist von unglaublicher Tiefe und er weiß genau, wann er sich zurücknehmen und wann er aus sich herauskommen muss. Es ist ein rauer, aufsehenerregender Sound.

Doch eine große Stimme macht noch keine Band, und mit den Produzenten Ryan Hope und Ari Balouzian wählen Gabriels einen fast filmischen Ansatz für ihr Songwriting und ihre Produktion.

Die Debüt-EP besteht aus fünf Songs, die sofort nach einer anderen Ära klingen, ohne in Throwback-Gewässer abzudriften. Der Titeltrack und neue Single "Love & Hate In A Different Time", ein mitreißender Song mit Funk-Elementen und erhebenden Gospel-Einflüssen, zeigt dies exemplarisch. Jacobs Bariton übernimmt einen Großteil der Schwerarbeit, doch ganz sicher nicht alles. Vielmehr sind es ein paar magische Minuten voller cineastischer Klänge und anders als alles, was man heute ansonsten da draußen hört.

Im Langform-Video zum Song, bei dem das in Großbritannien geborene Bandmitglied Ryan Hope Regie führte (er feierte als Musikvideo-Regisseur bereits große Erfolge), werden wir anhand von Archivaufnahmen durch die Geschichte des Dancefloors geführt, gipfelnd in einem Auftritt von Jacob, der während einer Black-Lives-Matter-Demo in L.A. vor einem begeisterten Publikum Billie Hollidays "Strange Fruit" singt. Es ist Auftritt, der gleichermaßen fesselnd anzusehen und aufrüttelnd anzuhören ist.

Der Rest der EP bewegt sich auf Augenhöhe mit dem Lead-Track. Experimentelle Schnörkel, feurige Beats und jazzige Polyrhythmen. Berauschendes Zeug. Es ist eine mehr als vielversprechende Einführung in einen bereits voll ausgeformten neuen Act.

Wenig überraschend, dass die Band bereits Namen wie Gilles Peterson, Celeste, Paul Weller, Benji B, Elton John und Virgil Abloh zu ihren Fans zählt. Es ist Musik, die man nur schwer nicht mögen kann. Schlicht fesselnd.

Aktuelle Videos

News von Gabriels