MILCK

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MILCK trägt in ihrem Inneren viele Kämpfe aus.

Nachdem sie zehn Jahre lang unabhängig Musik veröffentlichte und rund um ihre Heimatstadt Los Angeles unermüdlich Konzerte spielte, lieferte die Sängerin, Songwriterin, Multi-Instrumentalistin und Dichterin mit „Quiet“ nicht weniger als eine Generationenhymne ab. Ursprünglich 2015 mit ihrer musikalischen Wegbegleiterin Adrianne Gonzalez geschrieben, wurde der Song mit seinen rauschenden Pianoakkorden und dem unglaublich...

MILCK trägt in ihrem Inneren viele Kämpfe aus.

Nachdem sie zehn Jahre lang unabhängig Musik veröffentlichte und rund um ihre Heimatstadt Los Angeles unermüdlich Konzerte spielte, lieferte die Sängerin, Songwriterin, Multi-Instrumentalistin und Dichterin mit „Quiet“ nicht weniger als eine Generationenhymne ab. Ursprünglich 2015 mit ihrer musikalischen Wegbegleiterin Adrianne Gonzalez geschrieben, wurde der Song mit seinen rauschenden Pianoakkorden und dem unglaublich soulvollen, eindringlichen Gesang zum Weckruf für Menschen aller Geschlechter, Glaubensrichtungen und Hautfarben, die im Angesicht von seelischen Wunden, Sorgen und Problemen gelitten und tapfer durchgehalten haben.

„Auch wenn es aus heutiger Sicher kaum zu glauben ist, wurde ich ursprünglich tatsächlich gebeten, den Song zurückzuhalten“, erinnert sie sich. „Ich konnte jedoch keine weiteren Kompromisse machen. Dies ist meine Geschichte als Missbrauchsopfer. Ich habe endlich meine Fesseln gesprengt. ‚Quiet’ war für mich ein echtes therapeutisches Erlebnis. Es ist sehr real. Ich dachte mir: wenn diese Ehrlichkeit mich geheilt hat, vielleicht kann sie auch jemand anderen heilen. Nach der Wahl sagte ich ‚Fuck you’ und teilte den Song.“

Das tat sie auf die denkbar schönste Weise. MILCK reiste im Januar 2017 zum historischen Women’s March in Washington, D.C., wo sie sich mit 25 Sängerinnen zusammentat – die sie noch nie zuvor getroffen hatte – und auf den Straßen sieben A-cappella-Flashmob-Performances von „Quiet“ abhielt. Ein Fan-Video ging viral und wurde nach nur zwei Tagen 15 Millionen Mal angesehen. Am Ende derselben Woche lieferte sie in der Sendung „Full Frontal with Samantha Bee“ eine weitere fesselnde Darbietung des Songs ab, für die sie von VICE, NPR, Refinery29, BuzzFeed, Associated Press, Rolling Stone, Vanity Fair und vielen weiteren Medien gerühmt wurde. Indem viele bekannte Persönlichkeiten wie Emma Watson, Debra Messing, Tegan & Sara, Tom Morello und Denis Leary das Video teilten, markierte es zudem den Startschuss für das Social-Media-Projekt #ICantKeepQuiet. Die Erlöse aus dem Merchandise-Verkauf gehen der Non-Profit-Initiative Step Up zugute, die Hort- und Betreuungsprogramme für benachteiligte Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren anbietet.

„Erlösender Pop“, der in einer klassischen Gesangsausbildung verwurzelt ist und inspiriert von unterschiedlichsten Musen – von Hemingway und Maya Angelou bis hin zu moderner Kunst –, all diese Einflüsse definieren ihre Debüt-EP bei Atlantic Records.    

„In all den Jahren, die ich mich jetzt durchschlage, erschien es mir nie so, dass ein Major-Label je Realität werden könnte“, gibt sie zu. „Ich bin einfach ich selbst, und ich möchte mir nicht anmaßen, dass ich für jeden singen kann. Ich will singen, was ich fühle. Wenn sich Leute davon angesprochen fühlen, ist das großartig.“

MILCK singt, so lange sie denken kann. Als Kind chinesischer Einwanderer im Vorort Palos Verdes von Los Angeles zur Welt gekommen, meldete sie sich mit sechs Jahren für klassischen Klavierunterricht an und nahm mit acht Jahren Opernstunden. Nachdem sie an der High-School weiter an ihren Fähigkeiten gefeilt hatte, wechselte die angehende Künstlerin auf das College in Berkeley, die Sorgen ihres Vaters über eine mögliche Musikkarriere mit dem Versprechen beschwichtigend, „einen Vorkurs für das Medizinstudium auszuprobieren“. Inspiriert von Frédéric Chopin und Tori Amos ebenso wie von Elton John und Imogen Heap, Portishead, Radiohead und Massive Attack, hatte sie in den unterirdischen Klavierräumen des Colleges so etwas wie ihr persönliches Erweckungserlebnis.

„Ich realisierte, dass ich gleichzeitig singen und Klavier spielen konnte“, berichtet sie. „Das öffnete mir dir Tür zum Schreiben von Popsongs. Ich hatte das Gefühl, mich endlich ausdrücken zu können. Ich bin für das klassische Fundament sehr dankbar. Das Großartige an der Oper ist, dass ich lernte, meine Stimmbänder über Stunden einzusetzen, ohne dass sie ermüdeten, ganz im Gegenteil: sie wurden stärker. Ich hatte das nötige Rüstzeug und beschloss, den Abschluss zu machen, nach L.A. zu ziehen und mir von der Musikbranche den Hintern versohlen zu lassen“

Unter ihrem bürgerlichen Namen, Connie Lim, auftretend, zahlte sie ihr Lehrgeld zehnfach. Über die darauffolgenden acht Jahre finanzierte sie erfolgreich eine Indie-Veröffentlichung über Kickstarker und baute sich eine solide Grundlage auf, während sie zugleich zerbröckelnde Geschäftsbeziehungen überstand und eine Reihe von Hindernissen überwand. 2016 kehrte sie unter dem Namen MILCK zurück – ihr Nachname rückwärts geschrieben plus die beiden ersten Initialen.

„Ich wollte mich etablieren, so kam ich auf MILCK“, erklärt sie. Es verwendet den Namen, den ich von meinen Vorfahren erhielt, den ich jedoch verändert und zu meinem eigenen gemacht habe, damit ich wirklich ich selbst sein kann. Es ist der Schritt in die eigene Mündigkeit.“

Im vergangenen Jahr schlug ihr Song „Devil Devil“ bereits einige Wellen, der es bis in die Serien „Lucifer“ und „The Royals“ schaffte, fast eine Million Spotify-Streams und über eine Million YouTube-Views generierte. Und doch führte kein Weg daran vorbei, dass sich „Quiet“ schließlich Gehör verschaffen musste, dieser ungeschminkte, durch und durch gehende und dabei zugleich entwaffnend eingängige Song.

„Ich war ziemlich traurig“, erinnert sie sich. „Mein Management hatte sich in Luft aufgelöst und ich war am Boden zerstört. Ich sagte zu meinem Freund: ‚Ich habe mein Team verloren’. Er sah mich an und sagte: ‚Aber Liebling, du bist das Team’. Das hat meine Sichtweise wirklich verändert. Kurz darauf habe ich ‚Quiet’ veröffentlicht.“

Hemingway schrieb einst: “You are so brave and quiet I forget you are suffering”. MILCK ist nicht mehr länger still, und ihre Aufrichtigkeit hat die Kraft, zu heilen.

„Ausdruck ist mir wichtiger als Eindruck“, schließt sie ab. „Wenn die Leute mir zuhören, will ich, dass sie ein Gefühl der Ermächtigung verspüren. Ich will eine Katharsis. Die ideale Situation für mich als Künstlerin ist es, mir meine Stimme so zunutze zu machen, dass sie wie die reinste Form von Wasser wird. Wenn ich in einem Raum singe, will ich die Leute und die Wände von all dem Schmerz und Scheiß reinwaschen, den sie mit sich herumtragen. Ich komme aus einer Arztfamilie. Ärzte sind Heiler. Ich möchte eine akustische Heilerin sein.“

 

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