Monet192

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Vom steinigen Weg an die Spitze erzählst du am besten erst, wenn du sie bereits erklommen hast – wenn der große Traum in Erfüllung gegangen, die Time to Shine gekommen, der Superstar-Lifestyle Realität geworden ist. Monet192 hat weite Teile seiner Biografie bislang sehr bewusst vor seinem Publikum zurückgehalten und es dennoch geschafft, seiner Karriere ein robustes Fundament zu setzen.

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Vom steinigen Weg an die Spitze erzählst du am besten erst, wenn du sie bereits erklommen hast – wenn der große Traum in Erfüllung gegangen, die Time to Shine gekommen, der Superstar-Lifestyle Realität geworden ist. Monet192 hat weite Teile seiner Biografie bislang sehr bewusst vor seinem Publikum zurückgehalten und es dennoch geschafft, seiner Karriere ein robustes Fundament zu setzen.

Jetzt, da der fulminante Aufstieg in den “Champions Club” gelungen ist, legt er nach. Auf “Four Seasons” aus 2021 lässt Monet seine zweite LP folgen – und perfektioniert auf Albumlänge, wofür er von der Deutschrapszene unlängst geliebt wird: die Verknüpfung von sommerlichen Vibes mit epischen Bassläufen, Futurismus und Reminiszenzen an die Golden Era, Rap und Gesang, Nahbar- und Unantastbarkeit.

Hat er sich verändert, dieser Monet? Eigentlich nicht. Auch wenn seine Ambitionen infolge etlicher Charts-Platzierungen und Nominierungen bei den relevantesten Preisverleihungen der Musikwelt sicherlich nicht geschrumpft sind, er mittlerweile Mercedes fährt und an seinem Hals Perlen aus Dubai funkeln, ist er – und es scheint ihm wichtig, das zu betonen – derselbe Typ geblieben.

Die Zeile “auch wenn meine Platten jetzt Gold geh’n, bereitet das Leben mir Kopfweh” scheint wie ein kolossaler Betthimmel über seinem neuen Album zu schweben – ist Credo, ist Konklusion, ist roter Faden und Essenz von “Champions Club”. Trotz literweise Champagner aus Kristallgläsern schmeckt Monets Leben bis heute “süß-bitter wie Billigwein” – und vielleicht war es genau diese Erkenntnis, die ihn in den letzten Jahren demütiger, reflexiver, selbstbewusster, ja, schlussendlich zum fertigen Künstler gemacht hat. Im Abgleich mit dem auf Single-Erfolge zugeschnittenen Musikmarkt der Jetztzeit besticht die neue Platte durch ihre Stringenz.

Dass es sein Anspruch war, eine in sich geschlossene Geschichte zu erzählen, verdeutlicht schon der Opener “Licht”, in dem der Sankt-Galler tiefe Einblicke in seine Familiengeschichte und die frühen Jahre seiner Biografie zulässt. Bevor Monet Monet-typische Lovestorys zum Besten gibt, wird diesmal also die Person Karim Russo mit all ihren “Narben unter dem Prada-Sweater” in den Fokus genommen – in einer Art “was bisher geschah”, das gekonnt von der zweiten Anspielstation “When I See Light” abgerundet wird. 

Danach begibt sich Monet192 auf die Beziehungsachterbahn, lässt sich “Schwerelos” durch die Nächte treiben und hält – ob in “Gefährlich”, “Bei Dir”, “Da” oder “Die Schöne und das Biest” – im Zuge der Entwirrung seines Gefühlslebens kein noch so intimes Detail zurück. Party-tauglich, jeweils in sich unverwechselbar und in ihrer Wirkung triumphal sind all diese Songs kurioserweise trotzdem – und selbst die dezidierten Ansagen an die Rap-Kokurrenz und das bisschen Luxus-Geprahle am Rande sind mehr gekonnte Auflockerung als Lücken in der Dramaturgie.

Monet192 entwickelt über das gesamte Album hinweg – auch das lässt “Champions Club” so abwechslungsreich wirken – immer neue Flows, Arrangements und Melodieführungen, scheint – zumindest was seine Attitüde anbetrifft – förmlich “über Wasser laufen” zu können. Maxe, Juh-De, Chekaa, Neal & Alex und die Beatgees haben Monets Gesangsparts in ihren Produktionen auffällig viel Platz eingeräumt, ohne im Gegenzug an schweißtreibend-zitternden Hi-Hats, episch-wabernden Bässe und stilvoll kuratierten Samples und Reminiszenzen zu sparen.

Zwischen blumigen Chipmunk-Soul-Passagen, zeitgenössischen House-Anleihen, zornigen Drill-Bangern und wahlweise an 50Cent oder Lauryn Hill erinnernden Golden-Era-Beats ist also immer genug Raum für die signifikante Stimme des Vierundzwanzigjährigen, der im Begriff ist, sich ein Denkmal zu bauen. Ein Denkmal, das bleiben wird.
 

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