Nano

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Obwohl sich der 30-jährige Nano den Großteil seines Lebens der Musik gewidmet hat, machte der schwedische Sänger erst 2017 mit „Hold On“ den lange verdienten Schritt ins Rampenlicht – ein Song, der stellvertretend für den Sound steht, an dem er für sein Publikum so lange arbeitete. Der Weg war ebenso lang und turbulent, wie er bereichernd und befreiend war.

Um...

Obwohl sich der 30-jährige Nano den Großteil seines Lebens der Musik gewidmet hat, machte der schwedische Sänger erst 2017 mit „Hold On“ den lange verdienten Schritt ins Rampenlicht – ein Song, der stellvertretend für den Sound steht, an dem er für sein Publikum so lange arbeitete. Der Weg war ebenso lang und turbulent, wie er bereichernd und befreiend war.

Um Nanos gesamte Geschichte zu erzählen, müssen wir ins Jahr 1986 zurückreisen, in den Vorort Botkyrka nahe Stockholm, wo er als einer von vier Geschwistern aufwuchs. Bereits in der zweiten Klasse wurde er von der Schule genommen, weil er Probleme hatte, sich anzupassen. Er sagt, dass ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit dazu geführt habe, dass er der Klassenclown und ein Problemkind wurde. Die langen Tage daheim füllte Nano mit MTV – und seine Liebe zur Musik war geboren.

Bald zog Nano in die erste von diversen weiteren Pflegefamilien. Im Alter von 12 Jahren blieb er schließlich bei einer Familie in Gotland, wo er für ein Jahr verweilte. Nano selbst beschreibt diese Phase als Wendepunkt in seinem Leben. Das erste Mal, als seine Mutter ihn auf Gotland besuchen kam, brachte sie ihm ein Geschenk mit, seinen ersten Synthesizer. Seit diesem Tag stand für Nano fest, dass er sein Leben dem Musikmachen verschreiben würde.

Er begann, in seinem Schlafzimmer mit dem Synthesizer Songs zu komponieren, die er anschließend auf einem Kassettenrekorder mit eingebautem Mikrofon aufnahm. In der Schule, die er besuchte, kam er in Kontakt mit einem Lehrer, der sein Talent erkannte, und so begann die beiden, in einem Studio zusammen zu arbeiten. Dort spielte Nano auch seinen ersten Song ein.

Nach einer Weile zog er zurück zu seiner Familie in Stockholm mit dem Vorsatz, neu zu starten. Unglücklicherweise jedoch verfiel er schon bald in seine alten Muster zurück und gab sich mit den falschen Leuten ab. Nach etwa einem Jahr in Stockholm zog Nano in ein Jugendheim in Bergsjön. Trotz der strengen Regeln und Rahmenbedingungen behielt er sein Synthie und sein Atari-Gerät und konnte auf diese Weise seine Interessen am Songwriting weiterverfolgen.

Er blieb für drei Jahre in dem Heim und lernte eine Menge über das Leben und darüber, allein zurechtzukommen. Seine Aufmerksam galt weiterhin der Musik und Nano erprobte sein Talent auf der Bühne eines örtlichen Treffs mit anderen Künstlern. 16-jährig zog er zurück nach Stockholm – und erneut kam er in die falschen Kreise und sein Leben war von kriminellen Tätigkeiten durchzogen.

Neben diesen kriminellen Abwegen arbeitete Nano jedoch fortlaufend hart daran, weiterhin Musik zu kreieren. In dieser Phase erwarb er auch seinen ersten Manager. Mit 17 Jahren schrieb er den Song „Feel Bad“. Zusammen mit seinem Manager reiste Nano nach Barcelona, um aufzutreten und Musik zu schreiben. In Spanien lernte er Maher Zain kennen und im darauffolgenden Jahr wurden die beiden einander zu musikalischen Mentoren. Die Inspiration zwischen ihnen floss, zudem wuchs eine starke Freundschaft. Maher schrieb sogar auf Nanos Song „Feel Bad“, nahm ihn auf und veröffentlichte ihn unter dem Titel „Number One For Me“ – das Musikvideo wurde bei YouTube über 44 Millionen Mal angesehen.

Maher, dessen Alben heute vielfach Platin-ausgezeichnet sind, war der Erste, der wirklich daran glaubte, dass Nano aus seiner tiefen Leidenschaft zur Musik eine Karriere machen könnte. In den darauffolgenden sieben Jahren hielten die beiden stets engen Kontakt und Nano saugte so viele Lektionen auf, wie er nur konnte. Auch das schützte ihn jedoch nicht vor dem nächsten Tiefpunkt in seiner Biografie: mit nur 18 Jahren landete Nano erstmals im Gefängnis.

An diesem Punkt in seinem Leben hatte Nano die Gedanken an Schule und Erziehung längst aufgegeben und war verzweifelt auf der Suche nach einer musikalischen Karriere, die ihm einen Weg aus den immer gleichen destruktiven Mustern ermöglichen würde. Stattdessen wurde er von seinem Manager fallengelassen, der ihm mitteilte, dass die von Nano getroffenen Lebensentscheidungen nicht mit dem Traum vereinbar seien, als Künstler erfolgreich zu sein.

Die Rettung sollte dann aus einer komplett anderen und unerwarteten Ecke kommen. Nano traf die Frau seines Lebens, Frida. Im Alter von 21 Jahren wurde er zum bisher letzten Mal zu einem Gefängnisaufenthalt verurteilt, und etwa zur selben Zeit erreichte ihn die Neuigkeit von Fridas Schwangerschaft. Als Nano aus dem Gefängnis entlassen wurde, war ihre gemeinsame Tochter drei Monate alt und der junge Vater traf eine endgültige Entscheidung, die sein Leben verändern sollte: Der Lebenswandel von Kriminalität und Missbrauch musste der Liebe zu Familie und Musik weichen. Nano entschloss sich, daran zu arbeiten, ein Vorbild für ihre Kinder und andere Menschen zu werden und startete True Music.

Inzwischen hat das Paar drei Kinder, und Nano hat unerschütterlich daran gearbeitet, seinen Traum einer Musikkarriere zu verwirklichen. Der Weg führte über Kollaborationen mit anderen schwedischen Künstlern, Produzenten und Songwritern in diversen Genres, und vor etwa einem Jahr bescherte das Schicksal ihm und seinem musikalischen Partner Christopher Belaieff eine Studio-Session mit dem norwegischen Produzenten William „Nasty Kutt“ Wiik Larsen (Nico & Vinz, Jessie J, Madcon, Timbuktu) in Stockholm. Die Chemie stimmte von der ersten Note an und wenige Monate später begaben sie sich in die USA, um die Arbeit mit dem in Los Angeles beheimateten Nasty Kutt und Songwriter Paul E Phamous fortzusetzen. Die Zusammenkunft war pure Magie, und in nur sechs Tagen schrieb das Team zehn Songs und nahm sie auf. 

Nano hat vier Singles veröffentlicht, die allesamt sehr erfolgreich bei Spotify waren. 2017 erschien „Hold On“, das bislang 5,2 Millionen Streams bei Spotify hat, in Schweden auf #2 bei Spotify, #1 bei iTunes und #2 im Radio steht und in den Spotify Global Charts auf #199.

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