Provinz

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Die Lebenswelt von Provinz, das ist normalerweise Coming of Age, jugendliche Ekstase, das großartige (und manchmal auch ziemlich beängstigende) Gefühl, das gesamte Leben mit all seinen Träumen noch vor sich zu haben. Was aber, wenn eines Tages das halbe Leben vorüber ist und man feststellen muss: die Träume von damals, sie sind ein uneingelöstes Versprechen geblieben? Und niemand als wir...

Die Lebenswelt von Provinz, das ist normalerweise Coming of Age, jugendliche Ekstase, das großartige (und manchmal auch ziemlich beängstigende) Gefühl, das gesamte Leben mit all seinen Träumen noch vor sich zu haben. Was aber, wenn eines Tages das halbe Leben vorüber ist und man feststellen muss: die Träume von damals, sie sind ein uneingelöstes Versprechen geblieben? Und niemand als wir selbst ist schuld daran? Davon handelt der neue Song „Spring“ von Provinz. Die gute Nachricht vorweg: es ist noch alles drin.

„Ich rauche Haze, als wär ich noch 14 / Du trägst mein ManU-Trikot“ – in den Zeilen des Songs setzt sich Vincent mit seinem jugendlichen Ich an einen Tisch und blickt zurück auf die Zeit, in der alles noch vor ihnen lag: „Unsere Träume, wie sie brannten / Du wolltest lieben, wir wollten leiden“, singt der Frontmann über eine drängende Pianomelodie, „du wolltest nach Paris, nach Wien oder Florenz / Du wolltest einen Balkon und dass ich bei dir penn‘“.

Und dann, was passierte? Der sogenannte „Ernst des Lebens“ passierte. Doch es ist noch nicht zu spät für das Ausleben der Träume, alles was es dafür braucht, ist der mutige Schritt aus der Bequemlichkeit: „Du musst springen, du musst springen / Dann tut es endlich wieder weh / Springen hoch, fallen hin, damit wir woanders sind“, fordert uns der Refrain auf, dramatisch unterlegt durch Sequencer-Sounds und ineinander montierte Call-and-Response-Chöre.

Ob wir das Ruder noch einmal herumreißen und nachholen können, was wir in den letzten 20 Jahren sträflich vernachlässigt haben? Wenn der Brief aus Paris kommt, wissen wir, ob es geklappt hat: „Man bereut am Ende nur das, was man nicht probiert hat / Schreib mir einen Brief, komm schreib mir aus Paris“, entlässt uns der Song. Wie hieß es doch gleich in „Matrix“, dem Film unserer Jugend? „Ich kann dir nur die Tür zeigen. Hindurchgehen musst du alleine.“

Provinz kommentieren zu „Spring“:

Früher hattest du noch Träume.  
Jeder junge Mensch hat die.
Doch du wirst älter und du kümmerst dich mehr und mehr um das, was andere den Ernst des Lebens nennen. Er frisst dich auf, bis nur noch ein leiser Teil übrigbleibt.
Warst du dumm, naiv und leichtsinnig? Oder merkst du nicht, wie langweilig du jetzt bist? Warst du damals einfach mutiger und vollkommener? Oder hattest du einfach keine Ahnung von nichts?
Stell dir vor, du bist 15 und sitzt dir gegenüber.
‚Spring‘ soll uns daran erinnern, dass wir jederzeit alte, verloren geglaubte Träume verfolgen können.“
 

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