S1mba

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Als S1MBA im Dezember nach Simbabwe flog, war er nicht auf das vorbereitet, was ihn bei seiner Rückkehr ins Vereinigte Königreich erwarten sollte. Während seiner Reise hatte er seinem Telefon keine große Beachtung geschenkt. Doch als er seinen Posteingang öffnete, war dieser mit E-Mails von A&Rs der großen Label überflutet. "Rover", der Track, den er vor seiner Reise hochgeladen hatte,...

Als S1MBA im Dezember nach Simbabwe flog, war er nicht auf das vorbereitet, was ihn bei seiner Rückkehr ins Vereinigte Königreich erwarten sollte. Während seiner Reise hatte er seinem Telefon keine große Beachtung geschenkt. Doch als er seinen Posteingang öffnete, war dieser mit E-Mails von A&Rs der großen Label überflutet. "Rover", der Track, den er vor seiner Reise hochgeladen hatte, war der Quell all der Aufmerksamkeit und hatte organisch 700.000 Views angehäuft, dazu kamen Platzierungen in den Spotify-Playlisten Who We Be, Afrobashment, Certi und Motive.

Es mag klingen wie eine Erfolgsgeschichte über Nacht, tatsächlich jedoch hat Leonard Simbarashe Rwodzi alias S1MBA sein gesamtes Leben mit der Musik verbracht. Geboren in Simbabwe, wo er die Djembe-Trommel spielte und Teil einer Marimba-Band war, zog S1MBA im Alter von neun Jahren ins UK, wo sein im Gartenbau tätiger Vater einen Job als Chefgärtner im Pusey Estate in Oxfordshire angenommen hatte. Während er die Grundschule besuchte, lernte Leonard das Klavierspiel und wurde bald Teil der Kirchenband. "In der Kirche lernt man nicht Noten lesen, sondern man lernt im laufenden Prozess. Die Zeit in der Kirche half mir, mich als Musiker zu verbessern", erinnert er sich.

S1MBA verbrachte oftmals die Mittagspausen im Musikraum der Schule, wo er Klavier und Drums lernte, während es den Zehntklässlern erlaubt war, ein Studio zu nutzen und Musiktechnologie zu lernen. Seine Neugier führte ihn zu der Frage, was sie dort anstellten und er entdeckte die Rolle des Musikproduzenten. Sobald er alt genug war, schrieb er sich ebenfalls für Musiktechnologie ein.

Aufgewachsen mit simbabwischer Musik wie Thomas Mapfumo und Afro-Jazz-Legende Oliver Mtukudzi ebenso wie Gospel und amerikanischen R&B-Mainstream-Künstlern wie Chris Brown, war S1MBA schon immer ein aufgeschlossener Hörer. Der Umzug nach England brachte ihn mit mehr Sounds als je zuvor in Kontakt. Neben dem Grime und UK Rap, den die meisten seiner Altersgenossen hörten, ging er durch Phasen mit EDM und Indie-Rock, hier nennt er insbesondere Twenty One Pilots und Two Door Cinema als Inspirationen.

Seine Leidenschaft für Musiktechnologie entging auch seinen Lehrern nicht, die ihm Software-CDs mitgaben, damit er zu Hause weiter an seinen Fähigkeiten feilen konnte. Während seine Freunde Xbox spielten oder ihre Hausaufgaben erledigten, klebte S1MBA am Computerbildschirm, bastelte Beats und studierte seine favorisierten Produzenten. Er versuchte sich darin, einige seiner Lieblings-Instrumentals nachzubauen, darunter Krept & Konans von DJ Mustard produziertes "Freak Of The Week". Es war zugleich der erste Beat, über den er rappte, nachdem ihn Freunde wiederholt gedrängt hatten, in die Aufnahmekabine zu gehen.

Nach der Schule ging er in Swindon aufs College, wo er zunächst Ingenieurwesen studierte, während er für seinen Vater arbeitete, um auf einen Mac zu sparen. In seinem zweiten Jahr wechselte er zu Musiktechnologie, lernte, sich selbst vernünftig aufzunehmen und begann, eigene Songs von Grund auf zu erschaffen. Zu der Zeit dachte er noch nicht wirklich daran, irgendetwas von der Musik auch veröffentlichen, doch ein Song, "The Plan", rief verstärkt lokale Reaktionen hervor, als seine Freunde ihn während einer Studio-Session bei SnapChat anteasten. Nachdem er diverse Nachrichten erhalten hatten, die ihn baten, den Song zu veröffentlichen, lud er ihn auf einen neuen YouTube-Account hoch und erhielt unerwartete 10.000 Views binnen einer Woche. "Als ich in Swindon herumlief, hielten die Leute an und riefen meinen Namen", erinnert er sich.

Fans des Songs begannen bald, nach einem Video zu fragen - was wie der logische nächste Schritt erschien. S1MBA erhörte die Rufe und bat für die Umsetzung einige Freunde um Hilfe. Eine der Szenen wurde in einem Restaurant gedreht, also wandten sie sich an Gavin Green, Besitzer eines jamaikanischen Restaurants, das zu einer Art lokalem Abhäng-Spot geworden war. Gavin ließ sie gern das Restaurant nutzen und bot ihnen - als ehemaliger Kreativdirektor von Chip - an, ein paar Kontakte in die Branche anzuzapfen. Während des Video-Drehs rief er bei SB.TV an, die das Video am Ende über ihren Kanal präsentierten, was ihm 70.000 Streams ganz ohne professionelles Backing einbrachte und zum lokalen Hit machte. Dieses Erlebnis genügte S1MBA, um die Musik nunmehr noch ernster zu nehmen, und in den vergangenen zwei Jahren veröffentlichte er vier weitere unabhängige Singles, allesamt begleitet von Videos.

S1MBAs Musik trägt sein Erbe und seine musikalische Prägung in sich: man hört, dass er afrikanischer Abstammung ist, ebenso jedoch, dass er tief versunken in die UK-Musikkultur aufwuchs. "Ich nahm meinen Gospel-Einfluss, ebenso jedoch höre ich Trap, Hip-Hop, Grime. Daher verquicke ich all das ", erklärt er. Seine eingängigen Vocals wechseln fließend zwischen Melodie und Rhythmus, je nachdem, wonach der Song gerade verlangt. Besonders bestärkt fühlte er sich von der Afroswing-Bewegung - eine Feelgood-Fusion, die die Klänge seiner Kindheit mit zeitgenössischem UK Rap vereint. Ihr schreibt er den Kickstart in seine Karriere zu, und so verwundert es kaum, dass viele seiner bisher veröffentlichten Songs in diese Kategorie fallen. In seinen kommenden Songs plant er jedoch, auch stärkere Club-Referenzen einfließen zu lassen.

S1MBA ordnet sein Ego stets einem guten Song unter. Er startete mit der Erweiterung seines Sounds, indem er vergangenes Jahr mit Co-Produzenten kollaborierte und mit der Arbeit an seinem bisher erfolgreichsten Track "Rover" begann. Er erinnert sich daran, wie er ins Studio von Producer RELYT kam und schon von draußen das in Arbeit befindliche Instrumental wummern hörte. "Ich hoffe, das ist der Produzent, mit dem wir uns treffen", erinnert er, was er in diesem Moment zu seinem Manager sagte. Sobald sie im Studio waren, ging er zügig zu Werke, fing den Moment ein und schrieb den Song innerhalb von 20 Minuten. "Auf diese Weise ist es natürlicher", erklärt er. "Ich mag es nicht, zu viel darüber nachzudenken. Ich mag es nicht, damit keinen Spaß zu haben." Und der Erfolg gibt ihm recht: "Rover" erreichte u.a. Platz 3 der UK-Charts und ist international dreifach Platin- und achtfach Gold-veredelt.

Nach einer Reihe von Meetings im Gefolge seiner Weihnachtsferien entschied er sich, bei Parlophone zu unterschrieben, die ihm das für die Entwicklung seiner Karriere nötige Handwerkszeug liefern, wie er sagt: "An diesem Punkt in meiner Karriere brauche ich Leute, die ihre Zeit in mich investieren und mir bei meinem Werdegang helfen. Daher war Parlophone für mich so reizvoll."

Seitdem war er mit Produzenten wie RymesBPM, ILL Blu, Show N Prove und JoJoF im Studio und arbeitet an seiner Debüt-EP, vollgepackt mit Sommerhymnen, die ihn einem breiteren Publikum bekannt machen. Mit einer solch reichen musikalischen DNA weisen seine Ambitionen auf eine lange Karriere hin, die seine aktuelle Rolle als Sänger und Rapper weit übersteigt: "Ich will, dass ich als der Typ bekannt bin, dessen Ding Musik ist", sagt er. "Ich will mich als Künstler nicht einschränken. Ich will ins Songwriting einsteigen, ich will lernen, neue Instrumente zu spielen. Ich will ganz einfach musikalisch respektiert werden."

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