Viktor & The Blood

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Wir haben begonnen mit Musik, die noch einen recht starken Pop-Einfluss besaß. Doch ziemlich schnell fanden wir heraus, was wir am Besten können: richtig gründlich rocken, eine solide Kante zeigen. In dem Moment war klar, dass wir eine echt gute Band sein können. Es ging nie um einen Plan, es war der natürlichste Prozess, den man sich vorstellen kann....

Wir haben begonnen mit Musik, die noch einen recht starken Pop-Einfluss besaß. Doch ziemlich schnell fanden wir heraus, was wir am Besten können: richtig gründlich rocken, eine solide Kante zeigen. In dem Moment war klar, dass wir eine echt gute Band sein können. Es ging nie um einen Plan, es war der natürlichste Prozess, den man sich vorstellen kann.
 
Viktor Norén im März 2013
 
 
Es ist ja nicht so, dass sie unterbeschäftigt gewesen wären. Jeder hatte seine Sachen am Laufen und war auf die eine oder andere Weise erfolgreich: Viktor Norén und Jonas Karlsson als Frontmann und Gitarrist von Sugarplum Fairy, Samuel Giers früher als Drummer von Mando Diao, zuletzt an diversen Fronten. Es brauchte das neu gegründete Trio Viktor & the Blood also nicht zwingend. Und doch war die Gründung dieser Band für die drei Tatbeteiligten quasi unvermeidbar. „Wir haben uns nicht hingesetzt und gesagt: So, es ist Zeit für eine neue Band“, so Viktor. „Wir Drei kennen uns schon ewig und begannen einfach, mehr Zeit miteinander zu verbringen. Samuel hatte in seinem Keller ein Drumkit stehen, also trafen wir uns da aus reinem Spaß und spielten. Und es funktionierte – so wurde aus dem Spaß eine neue Band.“

Das war im August 2011. Die allerersten Songideen brachte Viktor mit, der ursprünglich plante, mit diesen Songs ein Soloprojekt zu starten. Jene spielte er den anderen vor, es wurde mit den Ideen herumgespielt. „Alles vollkommen ohne Druck, ganz easy. Es ging nur um den Spaß daran, etwas zu machen, Musik zu spielen“, so Viktor. „Als wir dann bemerkten, dass wir Drei als eine wirklich gute Band funktionieren, entwickelten sich die Dinge extrem schnell.“ „Es hat vom ersten Moment an tierisch Freude gemacht“, sagt Samuel Giers. „Aber so richtig Feuer fingen wir, als uns selber klar wurde, wie gut wir klingen. Ab dem Moment konnte uns nichts mehr aufhalten.“ „Wir haben auf eine sehr natürliche Weise herausgefunden, was wir am Besten spielen können. Und als wir das erstmal entdeckt hatten, kamen die Songs und Ideen fast von alleine“, ergänzt Viktor.

Jene rocken mit großer Magie und ungezwungener Dringlichkeit. Sie beziehen ihren Kern aus dem kraftvollen Alternative der 90er, transportieren dies jedoch in die Jetztzeit. „Wir wuchsen mit der Musik der 90er auf“, erklärt Viktor, „mit Bands wie Nirvana und Oasis. Die Wurzeln unserer Musik stammen sicherlich daher.“ Und auch der Mut, Dinge zu tun, die heute eher verpönt sind – file under ‚Gitarrensolo’. „Das ist doch irgendwie schade, nicht?“, findet Samuel. „Ein gutes Gitarrensolo bereichert jeden Song. Vertrau uns: Wir machen Soli wieder hip“, lacht er. „Im Kern sind wir alle drei Indiemusiker, und als ein solcher hast du immer das Bestreben, etwas zu machen, was ‚man’ eigentlich gerade nicht macht. Dazu gehören eben auch Soli...“ – „...sowie unser Wunsch, griffige, sehr direkte Melodien mit einem ungewöhnlich rockigen Sound zu verbinden“, sekundiert Viktor. „Diese Verbindung unserer beider Leidenschaften, Pop-Songs hier und kraftvolle Rock-Sounds dort, hört man ja auch unseren voran gegangenen Arbeiten an. Beides wollten wir mit dieser Band noch stärker auf die Spitze treiben, den Gegensatz herausarbeiten.“
 
Hierzu suchten sie sich jemanden, der sich mit harten Riffs zweifellos auskennt: Jacob Hellner, ein Landsmann der Drei, der unter anderem für alle Rammstein-Alben verantwortlich ist. „Er war unsere erste Wahl“, freut sich Viktor, „wir riefen ihn einfach an, erwarteten nichts – doch er sagte sofort zu.“ Mit ihm gingen sie ins Studio und begannen umgehend mit der Arbeit. Die erste EP ist so fertig produziert und erscheint Ende April, gleich im Anschluss werden Viktor & the Blood ihr Debütalbum aufnehmen, das im Spätsommer oder Herbst erscheinen soll. Auch für Hellner ist diese Arbeit besonders, bemerkt Viktor, denn: „Wir sind nun mal ein Trio aus zwei Gitarren und Schlagzeug. Kein Bass, und zwar bewusst nicht. Denn wir wollten die beiden vorhandenen Instrumente auf die Spitze treiben, ihr Zusammenspiel verdichten. In unseren Songs bemerkt man das: Oft spielen die Drums nicht einfach irgendeinen Rock-Beat, auf den dann die Gitarren schrammeln. Vielmehr spielen sie mit der Gitarre, begleiten sie, die Drums werden stärker zu einem Instrument, als dass sie nur der Taktgeber wären.“
 
Für alle Drei ist das erste Mal, dass sie in einem Trio spielen – und daran soll auch nichts geändert werden. „Es macht so viel Spaß, es ist viel effizienter, man trifft Entscheidungen gemeinsam unproblematischer, es fühlt sich noch viel stärker nach einem ‚Bunch’ an, den man nicht verändern kann“, so Samuel. „Das spürt man auch daran, wie wir Musik machen: Es ist total leicht für uns. Wir treffen uns, haben eine Idee, spielen sie durch, probieren vielleicht noch eine zweite Variante aus – und schon ist ein Song fertig. Das kenne ich aus der Vergangenheit so nicht.“ Und der Bass? „Ach, der kommt vom Band“, lacht Samuel, „und das klappt gut.“ – „Es geht nur um Gitarren, Drums und eine Stimme“, schließt Viktor. „Mehr braucht es nicht für gute Rockmusik.“ Viktor & the Blood beweisen, wie Recht er damit hat.

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