14. August 2023
Nio

Nio kann nur lieben, "Wenn es weh tut", kann nur gewinnen, wenn er wieder alles verliert

Liebe und Selbstzerstörung gehen nicht selten Hand in Hand — wenn Nio im Laufe seines jungen Lebens eines gelernt hat, dann das.

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Die Suche nach Erfüllung in Zweisamkeit hat das Mainstädter Wunderkind zuletzt immer wieder an seine Grenzen gebracht und mit dem Feuer spielen lassen. Phasenweise fand Nio Sekundenglück nur noch im Schmerz, der ihn "kranke Songs" schreiben ließ. "Wenn es weh tut", seine neue Single, ist einer dieser Songs. Selten zuvor hat es im deutschsprachigen Rap eine derart präzise Darstellung toxischer Beziehungsmechanismen gegeben — "das Leben ist ungesund, deine Stimme ist Opium".

"Wenn es weh tut" ist ein bildgewaltiges Gemisch aus gnadenloser Selbstanalyse, sehnsuchtsvoller Heartbreak-Ballade und Fluchtplan. Nio, dieser Junge, der selbstredend "nie genug" bekommt, will sich lösen aus der emotionalen Gefangenschaft — nur um am Ende einmal mehr festzustellen, dass er sie sich selbst auferlegt hat. Er kann nur lieben, wenn es wehtut, kann nur gewinnen, wenn er wieder und wieder alles verliert — ein nie endender Teufelskreis.

"Wenn es weh tut" lebt, nicht nur lyrisch, von akzentuierter Dramatik. Die Produktion, geschaffen von AnuBeatz und Efe, kreuzt Innovation und Modernität mit der bleiernen Schwere der Frankfurter Hip-Hop-Legacy. Bevor Nios nachhallend-kraftvolle und spürbar schmerzerfüllte Stimme einsetzt, wummert nur eine unheilvoll zirkulierende Bassline. Später verwandelt sich der Klangteppich in einen wuchtigen Trap-Beat, der "Wenn es weh tut" trotz seiner düsteren Grundstimmung endgültig zum Hit macht.

Für Nio wäre es im Kalenderjahr 2023 nicht der erste. "Für immer Zuhaus’", sein kürzlich veröffentlichtes Duett mit Montez, das inhaltlich kaum von "Wenn es weh tut" zu trennen ist, hat auf Spotify unlängst die Millionen-Marke an Streams geknackt und weit über 100.000 Klicks auf YouTube eingefahren.

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