Matt Maeson

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Matt Maesons musikalischer Weg nahm einen ungewöhnlichen Anfang: Im Alter von 17 Jahren spielte er quer durch Amerika für Insassen in Hochsicherheitsgefängnissen. „Ich bin einfach dahin und habe Songs auf der Akustikgitarre performt. Es sind bis heute die besten Shows, die ich je gespielt habe“, so der Singer-Songwriter, der in Virginia aufwuchs und heute in Austin lebt. „Du spielst vor...

Matt Maesons musikalischer Weg nahm einen ungewöhnlichen Anfang: Im Alter von 17 Jahren spielte er quer durch Amerika für Insassen in Hochsicherheitsgefängnissen. „Ich bin einfach dahin und habe Songs auf der Akustikgitarre performt. Es sind bis heute die besten Shows, die ich je gespielt habe“, so der Singer-Songwriter, der in Virginia aufwuchs und heute in Austin lebt. „Du spielst vor all diesen Menschen, die behandelt werden als seien sie Monster, und es fühlt sich an, als würdest du ein wenig Licht an einen wirklich dunklen Ort bringen.“

Auf seinem Debütalbum Bank On The Funeral nutzt Maeson sein scharfsinniges Songwriting, um in seinem eigenen Leben die Spannung zwischen Licht und Dunkelheit zu ergründen. Das Album definiert die Grenzen des klassischen Singer-Songwritings neu und formt einen Sound, der vielschichtige Texturen mit graziöser Experimentierfreude kombiniert. Mit seiner souligen Stimme offenbart er jene raue Verletzbarkeit, die schon TIME zu der Feststellung veranlasste, er schrecke „niemals davor zurück, seiner Vergangenheit und seinen Dämonen auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis sind Songs, die scharfsichtig in ihrer Ehrlichkeit und rau um ihre Kanten sind.“

Bank On The Funeral stellt Maesons brachial offenes Storytelling und seine düstere Poesie in den Mittelpunkt. Der Albumtitel selbst speist sich aus dem letzten Track, einer ruhigen, hypnotisch anmutenden Nummer, geschrieben für einen geliebten Onkel, der ermordet wurde, als Maeson sechs Jahre alt war. „Früher war er selbst ein Krimineller, aber als er sein Leben auf die Reihe bekam, ging er raus und kümmerte sich um die Menschen, mit denen er sich vorher herumtrieb – Menschen, um die sich die Kirche niemals bemüht hätte. Und irgendwann drehte einer dieser Typen durch und brachte ihn um“, erzählt Maeson. „Was mich an ihm inspiriert hat ist, dass er an Orte ging, an die niemand anderes ging und über Dinge sprach, die niemand anderes besprechen wollte.“

Im Entstehungsprozess von Bank On The Funeral hat Maeson seinem instinktiven Songwriting genauso viel Platz eingeräumt wie seiner natürlichen Musikalität, die er seit seiner Kindheit immer weiter geschliffen hat. Er wurde in eine musikliebende Familie in Norfolk, Virginia, geboren, als Sohn von Eltern, die in seiner frühen Kindheit in Heavy-Metal-Bands spielten. Der gleiche Onkel, der Maeson zu Bank On The Funeral inspiriert hat, schenkte ihm bereits im Kleinkindalter ein Schlagzeug und hinterließ ihm sein eigenes Schlagzeug, als er starb. Mit 15 lernte Maeson ein paar Gitarrenakkorde von seinem Vater und begann eigene Songs zu schreiben, die er bei seinem ersten Live-Gig bei der Chick-fil-A-open-mic Night vorspielte, um anschließend durch die Haftanstalten zu ziehen. „Mein Vater war kriminell, als er aufwuchs. Er schaffte es, sein Leben komplett umzukrempeln und arbeitete als Jugendpastor. Später haben meine Eltern dann einen Gefängnissozialdienst gegründet und ich bin mit ihnen in die Gefängnisse, um meine Songs zu spielen“, erinnert sich Maeson.

Je weiter er sein Werk ausbaute, desto wichtiger wurde Songwriting für Maeson als emotionales Ventil. „Ich habe einiges angestellt, viele Drogen genommen und wurde verhaftet”, sagt Maeson, „Musik war der einzige Weg für mich, Dinge von der Seele zu bekommen, und so fing ich an, die Sache mit dem Songwriting ernster zu nehmen.“ Neben 12-Stunden-Tagen auf dem Bau und geleisteten Sozialstunden begann er, mit einem Notebook und einer Gitarre durch die Lande zu reisen, oftmals zurück zu jenen Gefängnissen, in denen alles seinen Anfang genommen hatte. 2015 postete Maeson seine Songs zum ersten Mal online und bekam schnell Aufmerksamkeit für „Grave Digger“, ein unverstellt-kraftvoller Track über „den Versuch rauszufinden, wie du dich durchs Leben navigieren kannst, nachdem du festgestellt hast, dass das, was man dir in der Kindheit erzählt hat, nicht zwingend der Wahrheit entspricht.“ Wenig später erfolgten das Signing bei Neo Gold/Atlantic Records und seine 2017 veröffentlichte Debüt-EP Who Killed Matt Maeson inklusive der Durchbruchssingle „Cringe“, die #12 in den US Viral 50 von Spotify erklomm. Mit seiner zweiten EP The Hearse, die im Frühjahr 2018 erschien, ging Maeson mit Bishop Briggs auf Tour und spielte auf Festivals wie dem Lollapalooza und Bannaroo.

Mit Bank On The Funeral setzt Maeson seinen Weg fort, erlösende Musik zu schreiben. „Songwriting hatte immer etwas Therapeutisches für mich. Egal wo ich gelebt habe, es gab immer irgendwo einen abgelegenen Schrank oder ein Badezimmer, in dem ich singen konnte, ohne jemanden zu stören.“ Und obwohl Maeson seine Songs als „Selbstgespräch“ bezeichnet, liegt ihnen doch die Mission zugrunde, andere in diesen kathartischen Prozess miteinzubeziehen. „Ich versuche den Menschen zu vermitteln, dass, auch wenn ihre Probleme scheinbar nur mit ihrem Leben zu haben, wir trotzdem alle durch Situationen gehen, die sich genauso speziell anfühlen“, sagt er. „Wenn ich über etwas schreiben kann, das mich verärgert hat oder woraus ich etwas gelernt habe, und andere Leute sich darin erkennen und verstanden fühlen, dann habe ich mein höchstes Ziel erreicht.“

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