14.05.2021

75 Tracks und eine unglaubliche Karriere: "UDOPIUM" ist da

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Ein "Best-of Udo-Lindenberg", kann es das überhaupt geben? Die Antwort trägt den Namen "UDOPIUM" und erscheint heute. 71 Tracks fassen Udos unglaubliche Karriere so gut zusammen wie noch nie, dazu gibt es 4 ganz neue Songs"Mittendrin", "Land in Sicht ", "Wieder genauso" und "Kompass"

Gleich vier neue Songs, das ist zum einen ein tolles Geschenk für die Fans. Zum anderen würde eine Lindenbergsche Werkschau als reine Retrospektive schlicht an der Realität vorbeigehen. Denn Udo ist noch längst nicht als Rückbetrachter unterwegs, sondern immer "Mittendrin" im Leben, um es mit dem gleichnamigen neuen Song zu sagen. Was umso beachtlicher ist, da Udo mehr Leben zu haben scheint als eine Katze. Er, der in den 1990er-Jahren nicht nur künstlerisch bereits totgesagt war und 2008 mit dem Album "Stark wie Zwei" spektakulär wiederauferstand. 

Wie das gelingen konnte, darüber sagt der neue Song "Kompass" eine Menge aus. "Immer schon, so lang ich denken kann / Kenn ich dieses Bauchgefühl / Das mir zeigt, wo meine heißen Spuren sind“, singt Udo von einem untrüglichen Gespür, das ihn seit jeher leitet – und ihn auch dann rettete, als er „den falschen Geistern“ nachjagte und mächtig ins Schleudern geriet: "Wenn ich mal durchdreh, nich’ weiß wohin's geht / Mein Herz ist mein Kompass und zeigt mir den Weg“, liefert er mit "Kompass“ einen flammenden Appell, in den entscheidenden Situationen des Lebens seinem Herzen zu folgen. 

Wie so oft in seinen Texten, besteht das große Kunststück darin, dass diese zugleich zutiefst persönlich als auch von herausragender Allgemeingültigkeit sind – ein Umstand, auf den der zweite Teil des Songs anspielt, in dem die Lyrics demonstrativ in die direkte Ansprache wechseln. Wir sind gemeint. Wie steht es um deinen inneren (Werte-)Kompass?, will Udo wissen. "In so turbulenten Zeiten, die Welt steht Kopp, schau dir die endlosen Kriege im Jemen und in Syrien an, oder die Hungersnöte überall, brennende Flüchtlingscamps, die Ausbeutung der armen Länder, die Klimakatastrophe, Nationalwahn und Rassismus – also wohin man guckt, gibt's auch ohne Pandemie schon genug Grund zur Panik", stellt er fest.

"Da hilft dann manchmal nur noch der eigene Herzschlag als Kompass. Ob es der Wahnsinn da draußen ist oder die große Seelen-Sinnsuche im Inneren – wofür stehst du, wo wirst du gebraucht... Das Herz am linken Fleck zeigt uns doch immer wieder den Weg: Richtung Love and Peace, und nie Richtung Hass und Gewalt. Richtung Rock ’n’ Roll und Weltänderungsschneiderei. Denn die Udopie stirbt nie. Yeah."

Und ist noch lange nicht fertig. Schließlich gibt es ohne Udopie kein Morgen. Udo Lindenberg macht sich weiterhin für all jene Themen stark, die ihm am Herzen liegen – Klimaschutz, gesellschaftliche Gerechtigkeit und die Gleichheit der Geschlechter, eine offene, friedliche, bunte Republik. Und er träumt von einem immer enger zusammenwachsenden Europa, in dem beispielsweise auch gesamteuropäische Tourneen Normalität sind. Sein Eldorado ist und bleibt die Bühne, dafür und für sein Publikum lebt er. Hoffentlich noch mindestens 25 Jahre lang. Der Tank ist jedenfalls noch voll: "Rock ’n’ Roll ist das Feuer unterm Arsch und im Herzen. Wenn wir ihn spielen, brennt die ewige Flamme“, so Udo. „Absacken is’ da nicht."

"UDOPIUM – DAS BESTE“ ist ab heute digital, als 2CD, 4CD und Fanbox. Eine 8LP-Vinylbox folgt am 11. Juni