01.07.2022

Auf seinem neuen Album perfektioniert Monet192, wofür er von der Deutschrapszene längst geliebt wird

"Champions Club" ist jetzt überall erhältlich, begleitet von einer Video-Premiere zum Song "Lauf über Wasser".

News-Titelbild - Auf seinem neuen Album perfektioniert Monet192, wofür er von der Deutschrapszene längst geliebt wird

Vom steinigen Weg an die Spitze erzählst du am besten erst, wenn du sie bereits erklommen hast – wenn der große Traum in Erfüllung gegangen, die "time to shine" gekommen, der Superstar-Lifestyle Realität geworden ist. Monet192 hat weite Teile seiner Biografie bislang sehr bewusst vor seinem Publikum zurückgehalten und es dennoch geschafft, seiner Karriere ein robustes Fundament zu setzen. Jetzt, da der fulminante Aufstieg in den "Champions Club" gelungen ist, legt er nach. Auf "Four Seasons" aus 2021 lässt Monet heute seine zweite LP folgen - und perfektioniert auf Albumlänge, wofür er von der Deutschrapszene längst geliebt wird: die Verknüpfung von sommerlichen Vibes mit epischen Bassläufen, Futurismus und Reminiszenzen an die Golden Era, Rap und Gesang, Nahbar- und Unantastbarkeit. Unten gibt es die Video-Premiere zum Song "Lauf über Wasser"

Hat er sich verändert, dieser Monet? Eigentlich nicht. Auch wenn seine Ambitionen infolge etlicher Charts-Platzierungen und Nominierungen bei den relevantesten Preisverleihungen der Musikwelt sicherlich nicht geschrumpft sind, er mittlerweile Mercedes fährt und an seinem Hals Perlen aus Dubai funkeln, ist er - und es scheint ihm wichtig, das zu betonen - derselbe Typ geblieben. Die Zeile "auch wenn meine Platten jetzt Gold geh’n, bereitet das Leben mir Kopfweh" scheint wie ein kolossaler Betthimmel über seinem neuen Album zu schweben, ist Credo, ist Konklusion, ist roter Faden und Essenz von "Champions Club". Trotz literweise Champagner aus Kristallgläsern schmeckt Monets Leben bis heute "süß-bitter wie Billigwein" - und vielleicht war es genau diese Erkenntnis, die Monet in den letzten Jahren demütiger, reflexiver, selbstbewusster, ja, schlussendlich zum fertigen Künstler gemacht hat. Im Abgleich mit dem auf Single-Erfolge zugeschnittenen Musikmarkt der Jetztzeit besticht Monets neue Platte durch ihre Stringenz. Dass es sein Anspruch war, eine in sich geschlossene Geschichte zu erzählen, verdeutlicht schon der Opener "Licht", in dem der Sankt-Galler tiefe Einblicke in seine Familiengeschichte und die frühen Jahre seiner Biografie zulässt. 

Maxe, Juh-De, Chekaa, Neal & Alex und die Beatgees haben Monets Gesangsparts in ihren Produktionen auffällig viel Platz eingeräumt, ohne im Gegenzug an schweißtreibend-zitternden Hi-Hats, episch-wabernden Bässe und stilvoll kuratierten Samples und Reminiszenzen zu sparen. Zwischen blumigen Chipmunk-Soul-Passagen, zeitgenössischen House-Anleihen, zornigen Drill-Bangern und wahlweise an 50 Cent oder Lauryn Hill erinnernden Golden-Era-Beats ist also immer genug Raum für die signifikante Stimme des 24-Jährigen.