Foy Vance

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Die neue Single "Time Stand Still" ist nach den ersten Vorboten "Sapling" und "Signs of Life" bereits die dritte Auskopplung. Während die New York Times sich darüber freute, dass "Sapling" "an die besseren Tage von Van Morrison anknüpft, mit grobkörniger Leidenschaft", klassifizierte Clash Magazine den Song als "Instant-Lieblingssong - ein Stück über Neuanfänge und übers Überleben." Die ersten beiden Singles...

Die neue Single "Time Stand Still" ist nach den ersten Vorboten "Sapling" und "Signs of Life" bereits die dritte Auskopplung. Während die New York Times sich darüber freute, dass "Sapling" "an die besseren Tage von Van Morrison anknüpft, mit grobkörniger Leidenschaft", klassifizierte Clash Magazine den Song als "Instant-Lieblingssong - ein Stück über Neuanfänge und übers Überleben." Die ersten beiden Singles verzeichneten schon nach zwei Wochen über eine halbe Million Streams bei Spotify.

Signs of Life ist das Werk eines genialen Singer-Songwriters, der nie reifer, nie persönlicher, nie eindringlicher klang. Vor allem ist es der Sound eines Mannes - eines Ehemanns, Vaters, Sünders, Trinkers… -, der erst kürzlich gelernt hat, sich mit den eigenen Dämonen zu arrangieren. Über dem treibenden Beat von "Time Stand Still" klingt Foy Vances Gesang auch deshalb so mitreißend, weil es echte Gefühle sind: Er hatte während des Schreibens tatsächlich mit seiner Alkoholsucht und seiner Abhängigkeit nach Schmerzmitteln zu kämpfen...

"Das war für mich schließlich die erste Phase ohne Konzerte, nachdem ich davor 20 Jahre lang quasi nonstop auf Tour gewesen war", holt Vance aus. "Und da erst wurde mir klar: Wow, ich trinke ja zwei Flaschen Wein am Tag - und dann noch mindestens eine halbe Flasche Wodka obendrauf. Morgens brauchte ich erst mal Kodein, um klarzukommen, und dann rauchte ich noch ein paar Joints über den Tag verteilt. Mir wurde also klar: Da kommen ja gleich mehrere unfassbar schlechte Angewohnheiten zusammen. Der Tod war mir schon ins Gesicht geschrieben: aschfahl und grau war ich, rauchte noch mehr, trank noch mehr, rauchte wiederum noch mehr… bis es nicht mehr weiterging."

"Letztlich hat mein Management dafür gesorgt, dass ich mir Hilfe geholt hab", erzählt er weiter. "Und in diesen Momenten wünscht man sich dann wirklich, die Zeit würde einfach stillstehen - daher der Songtitel. Kann ich hier nicht einfach alles anhalten und in diesem Moment verharren, bevor ich aufstehen und mir den Mantel dort schnappen muss?"

Aufgenommen hat Foy Vance sein viertes Album an drei Orten: Im eigenen Pilgrim Studio am Ufer des Loch Tay im schottischen Hochland, außerdem im unweit davon gelegenen Dunvarlich House sowie - komplett andere Umgebung - im Kings X Studio von Plan B in London. Geschrieben und eingespielt hat Vance so gut wie alles im Alleingang, wobei ihm der junge nordirische Produzent Gareth Dunlop zur Seite stand. Die Wege von Dunlop und Vance hatten sich schon vor vielen Jahren zufällig gekreuzt - was den jungen Produzenten überhaupt erst zu seiner Berufswahl inspiriert hatte. "Ich war so um die 14, als ich in Belfast in ein Café lief und dort Foy in der Ecke spielen sah", berichtet Dunlop. "Seine Musik zog mich sofort komplett in ihren Bann. Das war so ein Moment, in dem einem ein Licht aufgeht: Danach war mir klar, dass ich auch meine eigene Stimme finden und mit Musik arbeiten wollte. Ich hätte nie gedacht, dass ich 18 Jahre später eines seiner Alben produzieren würde - ja, mehr noch: dass mich seine Sachen immer noch genauso inspirieren und in ihren Bann ziehen würden."

Geprägt von den Einschnitten und der düsteren Grundstimmung des Jahres 2020, ist Signs of Life ein Wiedererwachen: ein neuer Morgen, der die Nacht ablöst, neue Hoffnung, die Zweifel vertreibt, neuer Austausch, der die Isolation vergessen macht. Der Aufschwung nach dem Lockdown. Auch das Album-Artwork zeugt von Vances Wunsch, alle Seiten von allem zu zeigen, alle Texturen einzufangen, die das Menschsein ausmachen. Auf einer 160 Jahre alten (!) Kamera fotografiert, die unvergleichliche Dinge mit Licht und Schatten anstellt, ist Foy Vance hintendrauf als Boxer zu sehen - ohne Handschuhe, oben ohne. Vorne auf dem Cover ist er hingegen im Kleid zu sehen, mit blonder Perücke und Make-up.

"Das sind einfach mal verrückte, echt umwerfende Bilder - und ich fand's großartig, dass ich da als Mann und als Frau zu sehen bin. Weißt du, das Leben ist voller Extreme, es ist vergänglich, manchmal bricht es explosionsartig in die Realität ein oder ist genauso plötzlich vorbei. Es fühlte sich passend an, Bilder aufs Cover zu nehmen, die einen richtig umhauen."
 
Die Musik von Foy Vance funktioniert zu jedem Zeitpunkt wie ein Elixier. In dieser besonderen Phase jedoch wird sie so dringend gebraucht wie nie. "Auch das hat viel damit zu tun", bestätigt er. "Signs of Life handelt vom Wiederauftauchen… ich in meiner eigenen, sanften Revolution, und auch die Welt, wie sie wieder erwacht zu etwas, das sich hoffentlich annähernd normal anfühlen wird. Und überhaupt ist das Leben doch so: Blumen, die sich in den Ruinen von Tschernobyl ihren Weg bahnen. Das Leben bahnt sich doch immer seinen Weg, oder etwa nicht?"

Über Foy Vance

Sein Debütalbum Hope veröffentlichte der aus Bangor in Nordirland stammende Foy Vance im Jahr 2007 noch in Eigenregie - sollte danach aber nicht mehr lange ein Geheimtipp bleiben: Zu seiner riesigen Fanbase zählten bald auch etliche hochkarätige Kolleg*innen, und als 2013 sein zweites Album Joy Of Nothing bei Glassnote Records erschien, kassierte er gleich den ersten Northern Ireland Music Prize. Wenig später tourte er bereits mit Ed Sheeran, Bonnie Raitt, Marcus Foster, Snow Patrol und Sir Elton John um den Globus und absolvierte außerdem gefeierte Solotourneen in allen Teilen der Welt.v2015 war Foy Vance dann das zweite Signing bei Gingerbread Man Records, Ed Sheerans eigenem Label unter dem Dach von Atlantic Records. Sein Debüt fürs neue Label, The Wild Swan, aufgenommen mit Sir Elton John als Executive Producer, beinhaltete unter anderem die Singles "Coco", "Upbeat Feelgood" und "Noam Chomsky Is A Soft Revolution", die allesamt bei BBC Radio 2 auf Rotation gingen. In den USA trat Foy Vance bei NBC Today und der Late Late Show with James Corden (CBS) auf.

Als Co-Autor arbeitete er danach an gleich vier Songs von Ed Sheerans Album ÷ (2017) mit, unter anderem an dem Stück "Galway Girl". Außerdem arbeitete er bereits mit Alicia Keys, Rag N Bone Man, Keith Urban, Kacey Musgraves, Miranda Lambert, Plan B und Rudimental zusammen - was bereits erahnen lässt, wie mühelos er sich über Genregrenzen bewegt.

2020 startete Foy Vance seinen eigenen Podcast The Vinyl Supper, in dessen Rahmen er mit Freund- und Kolleg:innen sowie ausgewählten Special Guests aus der Musik-, Literatur- und Filmwelt über Musik, Kulinarik und das Leben spricht. Während der Pandemie entstanden unter anderem Episoden mit Anderson East, Atticus, Benny Blanco, Blake Mills, Bruce Cockburn, Chrissy Metz, Courteney Cox, Devin Dawson, Josh Groban, Keith Urban und Passenger.

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