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Grouplove feiern den ersten Geburtstag ihres Albums "Healer" mit Rufen und Verzerrerklängen ¬- auf "Primetime", dem Eröffnungstrack ihres neuen Albums "This Is This". "It's primetime, baby!", ruft Frontfrau Hannah Hooper darin aus voller Kehle.

Die Band setzte dort an, wo das vergangene Album aufhörte, und kehrt mit einem Sound zurück, der wesentlich schnörkelloser, aggressiver und lauter ist. "This Is This"...

Grouplove feiern den ersten Geburtstag ihres Albums "Healer" mit Rufen und Verzerrerklängen ¬- auf "Primetime", dem Eröffnungstrack ihres neuen Albums "This Is This". "It's primetime, baby!", ruft Frontfrau Hannah Hooper darin aus voller Kehle.

Die Band setzte dort an, wo das vergangene Album aufhörte, und kehrt mit einem Sound zurück, der wesentlich schnörkelloser, aggressiver und lauter ist. "This Is This" traut sich einen Schritt weiter und das Resultat ist ihr bisher unbefangenstes Werk. Der Track "Primetime" zeigt gleich zu Beginn, wo die Reise hingeht. Unser Leben fühlt sich derzeit kaum an, als würde es zu besten Sendezeit stattfinden, oder? Oder etwa doch?

Dass im Leben nicht immer alles nach Plan läuft, ist für Grouplove nichts Neues, und jedes Mal, wenn sie sich mit Veränderungen im Lineup, gesundheitlichen Schreckmomenten oder gesellschaftlichen Umwälzungen auseinandersetzen mussten, war ihre Reaktion, tiefer zu graben, um eine Haltung dazu zu entwickeln. Zu einer Zeit, da das kollektive menschliche Erleben enormen Herausforderungen ausgesetzt ist, haben Grouplove Erwartungen und äußeren Druck abgeschüttelt und ihre Stimme wiedergefunden.

Am Anfang stand ein Umzug. Hooper und Gitarrist Christian Zucconi verließen L.A. und zogen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres nach Atlanta, Georgia um, wo sie Bassist Daniel Gleason Gesellschaft leisteten. Zusammen mit Gitarrist Andrew Wessen und Schlagzeuger Ben Homola betrieben sie eine aufrichtige Innenschau und besannen sich darauf, warum sie vor mehr als zehn Jahren mit dem Musikmachen begonnen hatten, vor den Erfolgen von "Tongue Tied", Coachella-Auftritten, Welttourneen und so weiter. Sie brachten das Gefühl zurück, Musik ohne die Verheißung eines Live-Publikums und den Druck eines herkömmlichen Promo-Kalenders zu machen.

Als Grouplove "Healer" veröffentlichten und die Pandemie etwa zur selben Zeit ihre volle Wucht entfaltete, brach ihnen das auf mehr als nur eine Art das Herz. Grouplove sind die Art von Band, deren Songs dafür gemacht sind, auf Bühnen aufgeführt zu werden, umgeben von Wogen aus Menschen, die tanzen, singen und ihre Hände in die Luft recken. Ohne die Möglichkeit des Tourens fand die Band neue Wege, Musik mit einem Publikum zu teilen und vor ihm aufzutreten, beispielsweise über Instagram Live und andere Plattformen. Dadurch entdeckten sie eine neue Wertschätzung und Nähe im Kontakt mit den Fans.

Der Schreibprozess nach der Veröffentlichung von "Healer" war ihr bislang kathartischster. Hooper musste eine Menge herauslassen und legte textlich eine Schippe drauf. Man hört das gewaltige Ausatmen, mit dem sie all ihren inneren Erfahrungen Luft macht, auf den treibenden, wunderbar krawalligen Refrains des Albums, ganz besonders auf "This Is The End", "Shout" und "Just What You Want". Die Aufnahmen klingen sehr direkt, weil sie sehr direkt sind: "This Is This" wurde in einem Kreativschub binnen weniger Tage aufgenommen. Es fängt all die Aufregung und Erleichterung ein, die damit einherging, nach einer Zeit der räumlichen Trennung endlich wieder gemeinsam in einem Raum zu sein.

Nun, da sie sich nicht mehr länger darum scherten, ob sie Seiten an sich verleugneten oder es scheinbar Zerbrochenes wieder zu reparieren galt, wurde das Schreiben zu einer Lektion der Selbstakzeptanz. Die Songs traten vollumfänglich zutage: Worte, Riffs, Rhythmen, Hintergrundgesang. Es war eine ihrer stärksten Kreativphasen; eine, die sich sowohl verwundbar als auch geschützt anfühlte. Am Ende waren da fünf Leute in einem Raum, die dankbar waren, den Sound hervorgebracht zu haben, den sie brauchten, um all die Angst, Furcht und Verwunderung rauszulassen. Der letzte Albumsong "Shout" mündet in einer ausgedehnten Jam, die sinnbildlich für das gesamte Album steht. Nur brausende Gitarren, Hoopers ungehemmte Rufe und scheppernde Drums. Die Leadsingle "Deadline" ist derweil ein ausgelassener, psychedelischer Tanz, der sich wie Spielplatzgesänge zwischen Hooper und Zucconi entspinnt. Im Refrain weichen sie vom abgesteckten Weg ab und erwachen stattdessen zum Leben.

Man kann sich vorstellen, wieso das Album den Titel "This Is This" trägt. Es gibt kein Konzept, sondern einfach nur das, was Grouplove der Welt in diesem Moment präsentieren möchten. Wenn es daneben eine Botschaft zu vermitteln gibt, dann die, dass sie alle anderen dazu ermutigen wollen, auf ihre innersten Stimmen und Wünsche zu hören. Es ist eine komplett neue Dimension, die wir so wir noch nie von ihnen vernommen haben. Das Gewicht wurde diesmal von allen Bandmitgliedern zu gleichen Teilen geschultert und das Ergebnis ist eine absolute Nacktheit, die strahlend, eingängig und wohltuend ist. Es ist der Sound einer Band, die entdeckt hat, wer sie wirklich ist und die nicht vorhat, davon wieder abzulassen.

"Wir hoffen, dass sich die Leute durch dieses Album dazu ermächtigt fühlen, zu schreien, zu headbangen oder gegen Wände zu schlagen", sagt Hooper. "Es ist wichtig, emotional zu bleiben. Die gesamte Breite des Regenbogens ist wichtig. Wenn wir nur im Hellblau leben, sind wir dann wirklich am Leben? Sind wir nicht. Wir müssen alles fühlen."

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