13.05.2022

Der "Bad Hombre" ist zurück – und er hat viele hochkarätige Gäste mitgebracht

News-Titelbild - Der "Bad Hombre" ist zurück – und er hat viele hochkarätige Gäste mitgebracht

2017 veröffentlichte Antonio Sánchez sein Grammy-nominiertes Album „Bad Hombre“, nun hat der mexikanisch-amerikanische Schlagzeuger die Fortsetzung „SHIFT (Bad Hombre Vol. II)“ für den 26. August angekündigt, zugleich seine Debüt-Veröffentlichung für Warner Music. Für das neue Projekt gewann Sanchez ein Who's Who an Mitwirkenden – darunter einige seiner Lieblingssänger:innen und -songwriter:innen –, um sich auf eine musikalische Reise zu begeben, für die er vorhandenes Material zunächst dekonstruierte und anschließend neu interpretierte. Anschließend begab er sich in sein „Bad Hombre“-Alter-Ego, bei dem er praktisch alle Instrumente selbst spielt und seine Fähigkeiten als Komponist, Produzent und Percussionist einbringt, um den jeweiligen Song in neue Klangsphären zu „shiften“, ohne dabei seinen Kern zu zerstören.

Das Ergebnis ist eine wahrhaft illustre Ansammlung von Musiker:innen – Trent Reznor & Atticus Ross in der ersten, heute erhältlichen Single "Think we’re past that now" (siehe Lyric Video unten), außerdem Dave Matthews & Pat Metheny, , Meshell Ndegeocello, Lila Downs, Rodrigo y Gabriela, Kimbra, Ana Tijoux, Becca Stevens, Silvana Estrada, MARO, Thana Alexa & SONICA. Sie all ließen sich entweder neu auf ihre eigenen Stücke oder von Sánchez mitgeschriebene Ideen einließen, ein vertrauter und zugleich originär neuer Raum, in dem die Komponist:innen auf gemeinsame Erkundungsreise gehen. 

Die Pandemie brachte es mit sich, dass die Künstler:innen unerwartet viel Zeit zu ihrer Verfügung hatten und Remote-Kollaborationen sich leichter umsetzten ließen. Auch Sánchez, seines Zeichens viermaliger Grammy-Preisträger und dreimaliger „Jazz Drummer of the Year“-Preisträger des Modern Drummer, hatte mehr Zeit zum Entwickeln von Ideen. Die Folge: er baute seine Rolle als Produzent und Interpret aus. Denn obwohl Sánchez glaubt, er beherrsche weder Gitarre, noch Bass, Mandoline oder Oud: sein „Bad Hombre“-Alter-Ego spielt all diese Instrumente und mehr.
 
Auf seiner ursprünglichen „Bad Hombre“-Veröffentlichung war Sánchez extrem politisch. In den jüngsten Jahren flauten seine Entrüstung und sein Zorn über Trump und die Turbulenzen um den Mauerbau an der US-mexikanischen Grenze jedoch ab – und Sánchez legte einen weiteren „Shift“ hin, in diesem Fall hin zum Durchbrechen von kreativen Mauern, um neues klangliches Terrain zu erobern. Sánchez dazu: „Meine Wut hat einen Prozess der Umformung durchlaufen. Und die Tatsache, dass dieses Material nicht von mir stammte, veränderte die Gleichung. Ich konnte eine neue Perspektive einnehmen und mich ganz unvoreingenommen fragen: ‚Was steckt hier womöglich noch drin?‘“

Das zweite Werk des Bad Hombre ist eine packende, eklektische Reise, die ein Dutzend Stimmen und Perspektiven aus aller Welt zusammenbringt – und die Jahre brauchte, um das Licht der Welt zu erblicken: „Ich witzele immer, dass ich seit ein paar Jahren schwanger bin... es sollte also niemanden verwundern, dass dieses Baby epische Ausmaße erreicht hat.“