Rival Sons

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Als sie mit dem Schreiben für ihr neues Album „Feral Roots“ begannen, verkrochen sich Jay Buchanan und Scott Holiday, ihres Zeichens Sänger und Gitarrist von Rival Sons, für eine Woche in einer kargen Hütte unweit des historischen Natchez Trace. Dort, in der üppig überwucherten Wildnis der Wälder von South Tennessee, gebaren sie den Ursprung des neuen Albums von Rival Sons....

Als sie mit dem Schreiben für ihr neues Album „Feral Roots“ begannen, verkrochen sich Jay Buchanan und Scott Holiday, ihres Zeichens Sänger und Gitarrist von Rival Sons, für eine Woche in einer kargen Hütte unweit des historischen Natchez Trace. Dort, in der üppig überwucherten Wildnis der Wälder von South Tennessee, gebaren sie den Ursprung des neuen Albums von Rival Sons. Dieser Einfluss zieht sich durch das gesamte Debüt der Band für Low Country Sound/Atlantic Records – „Feral Roots“ ist ein Werk, dessen Sound und Spirit gleichermaßen aufregend ungebändigt und unbändig majestätisch ist.

Für Rival Sons spiegelt die Intensität von „Feral Roots“ eine bestimmte Ruhelosigkeit im Kern des Albums wider. „Ich arbeite daran, meine Feldweg-DNA mit unserer wachsenden Abhängigkeit von Technologie und der Über-Kommunikation in Einklang zu bringen, die damit einhergeht“, sagt Buchanan, dessen Bandkollegen außerdem Drummer Michael Miley und Bassist Dave Beste sind. „Wir sind umgeben von unserer eigenen Kreation und ihr zugleich unterworfen. Ich habe nach der wilden Natur gesucht, die unter unserer zivilen Choreografie schlummert – nach dem, was uns erschaffen hat.“ Mit seinen differenzierten Erkundungen der wilden wie auch der häuslichen Kämpfe um Liebe und Wahrheit macht sich „Feral Roots“ letztlich dafür stark, die puren Überlebensinstinkte zu überwinden und nach etwas Erhabenerem zu streben: ein lange verwässertes Genre durch die längst überfällige Rückkehr zur Form zurückzuerobern.

Produziert vom langjährigen Wegbegleiter der Band, Dave Cobb (dem Grammy-Gewinner, den man für seine Arbeiten mit Künstlern wie Jason Isbell, Chris Stapleton, John Prine und Brandi Carlile kennt), entstand „Feral Roots“ im berühmten RCA Studio in Nashville und dem legendären Muscle Shoals Sound Studio in Alabama. Anders als bei der Stegreif-Kreativität, die ihren vorherigen Alben zugrunde lag, versanken sich Rival Sons jedoch dieses Mal in einen wesentlich tieferen und wohlüberlegteren Schreibprozess. „In der Vergangenheit haben wir Alben gemacht, bei denen wir von der Tour kamen und direkt nach dem letzten Gig ins Studio gingen. Bei diesem Album haben wir uns wesentlich mehr Zeit zum Fokussieren gegeben“, sagt Holiday. Trotz seiner ausladenden Arrangements und sich beständig verändernden Texturen trägt „Feral Roots“ jedoch eine brutale Lebenskraft in sich, die tief im Vom-Fleck-weg-Aufnahmeansatz von Rival Sons verwurzelt ist.

Über die Dauer von sieben Monaten trafen sich die beiden Band-Leader für zahlreiche weitere Schreibsessions und kollaborierten über die Entfernung mit Holiday in Huntington Beach und Buchanan, der aktuell in Franklin, Tennessee lebt. „Das war ein riesiger Teil des Dialogs zwischen Scott und mir, als wir schrieben – Scott, der direkt am Meer war und ich, der draußen in der Wildnis saß. Es war eine Annäherung, bei der unsere unterschiedlichen Umgebungen und separaten Erzählstränge sich erst kreuzten und dann kinetisch überlappten“, merkt Buchanan an. Ein weiterer entscheidender Auslöser für Introspektion: Buchanans Umzug in ein Haus auf dem Land, ein fast 60 Jahre altes Gebäude, das er selbst renoviert. „Ich bin in den Bergen aufgewachsen und habe mein gesamtes Erwachsenenleben darauf gewartet, zurück in die Wälder zu ziehen“, sagt er. „Es war eine erlösende Rückkehr zur Form für mich, die einen maßgeblichen Einfluss auf den gesamten Rückkehr-zur-Form-Aspekt des Albums hatte“.

Das Zusammenspiel von Selbstreflexion und rauen Ergüssen baut sich auf „Feral Roots“ zu einer kraftvollen Spannung auf – eine, die Rival Sons weit jenseits ihrer Zeitgenossen platziert. Der Eröffnungstrack „Do Your Worst“ kommt mit einer wütenden Dringlichkeit daher, voll wuchtiger Riffs, heulendem Gesang, wildem Drumming und einem dröhnenden Bass, Songs wie „Stood By Me“ liefern einen Spelunken-Stampfer und „Look Away“ entfaltet sich über Holidays Gitarrenhymne zu einem brütenden Gesellschaftskommentar.

Einer der glühendsten Momente auf „Feral Roots“, „Too Bad”, verhext einen mit seinen brütenden Rhythmen und stechenden Lyrics wie ein böser Fluch. Und auf dem Titeltrack des Albums, mit seiner hypnotischen Gitarrenarbeit und der fesselnden stimmlichen Performance, bringen Rival Sons eine stille Bewunderung für die zerbrechliche Schönheit einer Welt zum Ausdruck, die man zwar intensiv spürt, jedoch selten wirklich sieht. „Wenn du einmal das Mystische im Alltäglichen erblickt hast, und sei es auch noch so peripher, kannst du es nicht mehr nicht-erblicken“, sagt Buchanan dazu.

Auf „All Directions“ erreicht „Feral Roots“ einen glorreichen Höhepunkt, eine textlich alles übersteigende und episch-dynamische Reise, zu gleichen Teilen von himmlischen Harmonien und peitschenden Gitarrenriffs getragen. Mit seiner ungezügelten Energie und den vollmundigen Gospelchor-Harmonien präsentiert „Shooting Stars“ ein noch eindringlicheres, hoffnungsvolles Sinnieren darüber, seine eigene sonderbare Magie zu erschaffen und beschließt „Feral Roots“ mit einem trotzigen Ausbruch jubilierender Klänge. „Der Archetyp des leidenden und selbstzerstörerischen Künstlers ist so wild wuchernd und abgenutzt“, sagt Buchanan. „Ich habe mal in dieser Villa gelebt, dann jedoch habe ich sie bis auf ihre Grundmauern niedergebrannt und konnte nicht zurückkehren. Dieser Song wurde mit ihrer Asche geschrieben.“

Über den Verlauf von „Feral Roots“ spielen Rival Sons fortwährend mit den kollidierenden Elementen ihrer Musikalität, eine Kraft, von der sich die Band seit jeher leiten lässt. Gegründet 2008 in Long Beach, veröffentlichten Rival Sons 2009 ihr Debüt „Before the Fire“ und feierten ihren Durchbruch mit „Pressure & Time“ (2011), gefolgt von „Great Western Valkyrie“ (2014). Ihr gesamter bisheriger Katalog wurde von Dave Cobb produziert. Über die Jahre hat die Band beharrlich ihren ureigenen Weg durch die Musikindustrie gepflügt. Sie tourten mit Legenden wie The Rolling Stones, Guns N Roses, Black Sabbath und AC/DC und führten ihren aufrührerischen Sound in den Rock’n’Roll-Kanon ein.

„Feral Roots“ ist das bisher kunstvollste und am sorgsamsten erarbeitete Werk von Rival Sons, ein Album, auf dem die Band Grenzen verschiebt und mit einem größeren Fokus und Fieber hervorkommt als je zuvor. „Rock ‘n‘ Roll ist ein Eckpfeiler unserer kulturellen Identität und man kann sehen, hören und fühlen, wie es Tempo aufnimmt, wohin man auch blickt. Es ist an der Zeit, es weit aufzubrechen“, sagt Holiday, Mit „Feral Roots“ haben Rival Sons die Nadel in den roten Bereich gedrückt – ein unüberhörbarer Ruf zu den Waffen und eine Rückkehr zur Form für das Genre und seine Fans in aller Welt.

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